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Die letzten beiden Regenzeiten in Äthiopien haben ihrem Namen keine Ehre gemacht: Es hat überhaupt nicht geregnet, weder letzten Herbst, noch dieses Frühjahr. Das hat es in der Region Borena noch nie gegeben. Futter und Wasser für die Tiere gibt es kaum mehr. Gleichzeitig sind die Preise für Nahrungsmittel enorm gestiegen. Fast doppelt so viel wie vor einem Jahr müssen Menschen heute dafür ausgeben, dass sie etwas zu Essen bekommen – Einkünfte haben sie aber schon lange nicht mehr und damit auch kein Geld für Nahrung. Für die Menschen in der Region bedeutet das, dass ihre Lebensgrundlage vollkommen zerstört wird. 247.000 Fälle von Unterernährung wurden bereits in Borena verzeichnet. Über 2.400 Kinder unter fünf Jahre sind akut, mehr als 8.720 sind mäßig unterernährt. Auch fast 11.000 schwangere Frauen und Mütter sind betroffen. CARE hat erste Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungsnotlage zu lindern. Allerdings fehlt es an geeigneten Lagermöglichkeiten, was die Aufnahme, Aufbewahrung und Verteilung der Hilfsgüter erschwert.

CARE weitet die Lebensmittelversorgung aus, repariert Wassersysteme, baut sanitäre Anlagen und fördert die Existenzsicherung. Bauern und Viehzüchter werden dabei unterstützt, widerstandsfähiger zu werden und die Aufzucht von Tieren zu verbessern. Hirten erhalten Futter für ihre Tiere und Saatgut. Damit die Hilfsgüter auch die von der Dürre betroffenen Personen erreichen, baut CARE zwei Lagerhallen für sechs Bezirke der Borena Region und verbessert den Zugang zu den Hilfsgütern. Für die 277.282 Menschen, die in Borena leben, verkürzt sich die Anreise zu den Lagerhallen deutlich. So kann CARE die Menschen schnell mit lebensnotwendigen Hilfsgütern versorgen. Da erwartet wird, dass sich die Lage bis zur nächsten Regenzeit nicht verbessern wird, sind die Lagerhallen essentieller Bestandteil für eine effektive Hilfe.

Wolfgang Tyderle
tyderle[at]care.de
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