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04.02.10

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CARE International

Haiti: Frauen und Mädchen brauchen Schutz vor sexueller Gewalt

Eine CARE-Mitarbeiterin spricht mit Frauen über ihre Sicherheit (Foto: CARE/Hockstein)

Eine CARE-Mitarbeiterin spricht mit Frauen über ihre Sicherheit (Foto: CARE/Hockstein)

Nach Katastrophen steigt das Risiko sexueller Gewalt besonders für Frauen und Mädchen. Wenn sie ihre Häuser und ihr soziales Umfeld verloren haben, sind sie Übergriffen oft schutzlos ausgeliefert. Bereits 2008, nach den Wirbelstürmen auf Haiti, berichteten die Vereinten Nationen, dass es zu sexueller Gewalt in Notunterkünften, Erpressung von Sex gegen Nahrung und anderen Formen der Ausnutzung kam."

CARE schützt Frauen, Mädchen und andere gefährdete Bevölkerungsgruppen vor sexueller Gewalt und unterstützt Betroffene bei der Erholung von diesen traumatischen Erfahrungen", berichtet Janet Meyers, Expertin für sexuelle Gesundheit in Katastrophenfällen, die sich derzeit in Haiti aufhält.

Wenn Stromausfälle die Straßen verdunkeln und es in überfüllten improvisierten Lagern keine Wände, Türen und geschützte Waschgelegenheiten und Toiletten gibt, erhöht sich das Risiko von Belästigung und sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

"Frauen und Mädchen sind durch Gewalt stark gefährdet und werden oft gezwungen, sich im Austausch gegen Nahrung, Geld oder Unterschlupf zu prostituieren", erzählt Sophie Perez, die Länderdirektorin von CARE in Haiti. "Die Arbeit von CARE zielt darauf ab, dies zu verhindern. Langfristig ist es wichtig, Frauen eine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu ermöglichen. Dadurch erhalten sie innerhalb der Gesellschaft eine stärkere Position und können nicht so leicht ausgenutzt werden."

CARE berät sich sowohl mit Männern als auch Frauen darüber an welchen Orten geschlechtergetrennte Latrinen und Duschen sicher und gut beleuchtet gebaut werden können. Entscheidend ist dabei einerseits die Nähe zu Orten, an denen sich Flüchtlinge sammeln, andererseits die strikte Trennung von Männern und Frauen.

Da das Erdbeben der Stadtverwaltung und der Polizei große Schäden zugefügt hat, haben viele Menschen nicht die Möglichkeit, ein Verbrechen zu melden. Und die Flucht vieler Betroffener aus dem Erdbebengebiet bedeutet, dass traditionelle Systeme der gegenseitigen Unterstützung nicht mehr funktionieren. Dadurch wird es umso wichtiger, ein System zum Schutz und zur Unterstützung von Frauen und Mädchen aufzubauen. "Es ist unglaublich wichtig, dass den Opfern von Vergewaltigung und sexueller Belästigung zuverlässig und vertraulich geholfen wird", sagt Meyers. "Dazu gehören eine medizinische Versorgung, Mittel zur Empfängnisverhütung und eine psychologische Betreuung."

Frauen, die sexuell ausgenutzt werden oder unter andauernder psychologischer und physischer Gewalt leiden, haben öfter ungeplante Schwangerschaften und sind Geschlechtskrankheiten und AIDS stärker ausgesetzt als andere Frauen. CARE bezieht dies in seine Nothilfe mit ein und verteilt nach einer Katastrophe auch Kondome an Männer und Frauen.



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