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16.11.09

Keine Ausreden mehr

Sabine Wilke

Welternährungsgipfel in Rom: Die strukturellen Ursachen des Hungers überwinden

Kleinbauern wie hier in Peru brauchen technische Unterstützung und einen fairen Zugang zum Markt, damit sie von ihrem Anbau leben können (Foto: CARE/Porter)

Kleinbauern wie hier in Peru brauchen technische Unterstützung und einen fairen Zugang zum Markt, damit sie von ihrem Anbau leben können (Foto: CARE/Porter)

In dieser Woche findet in Rom der Welternährungsgipfel statt. Die Vereinten Nationen beklagen seit einiger Zeit, dass die staatliche Unterstützung für den Kampf gegen Hunger seit der Finanzkrise drastisch gesunken ist. Das Welternährungsprogramm hat nach eigenen Angaben erst knapp die Hälfte der Mittel zur Verfügung, die es für seine Lebensmittelhilfen benötigt. Demgegenüber steht ein neuer trauriger Rekord: In diesem Jahr ist die Zahl der Menschen, die unter Hunger leiden, erstmals über die Marke von einer Milliarde gestiegen. Dabei könnte die Erde mühelos alle sechs Milliarden Einwohner ernähren. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben. Was fehlt, ist der politische Wille.

Nur so kann die verkrustete, strukturelle Ungerechtigkeit des Hungers aufgebrochen werden. Es braucht kein Mitleid, sondern die praktische Überzeugung, dass Entwicklungsländer gleichberechtigte Handelspartner werden müssen. Investitionen in die Landwirtschaft helfen ärmeren Ländern, ihre Ernährung zu sichern und den Bauern ein nachhaltiges Einkommen zu verschaffen. Mit Nahrungsmittelhilfe, landwirtschaftlicher Fortbildung, Ernährungskursen für Familien, Mikrokredit- und Sparprogrammen und vor allem Förderung der schulischen Bildung engagiert sich CARE dafür, dass der Hunger Geschichte wird.

Dabei kann jeder Einzelne helfen. Denn der wichtigste Verbündete der Ärmsten ist die Zivilgesellschaft in den reichen Ländern. Wir können von unseren Politikern fordern, dass sie Agrar-Dumping und die Verschwendung von Nahrungsmitteln für Treibstoff per Gesetz verbieten. Wir können mit unserem Kaufverhalten dafür sorgen, dass Produkte aus Entwicklungsländern zu fairen Preisen angeboten werden. Und damit den Menschen, die sie produzieren, den Lebensunterhalt sichern.

Hunger ist kein unüberwindbares Schicksal, sondern eine strukturelle Ungerechtigkeit, die überwunden werden kann. Das betonte auch der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, im Interview mit CARE:

„Alles hängt von uns ab, in der Demokratie gibt es keine Ohnmacht. Es gibt auch keine Ausreden.“

 

Links zum Thema:

-> Lesen Sie hier das komplette Interview mit Jean Ziegler

-> Mehr Informationen im Magazin CARE affair

-> Online-Dossier zum Welternährungstag



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