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Lateinamerika ist stark von sozialer Ungerechtigkeit geprägt. Fast jeder fünfte Mensch lebt hier in Armut; die Arbeitslosigkeit ist weit verbreitet. Wenn sich das niedrige Wirtschaftswachstum fortsetzt und die Regierungen sich nicht stärker zur Armutsbekämpfung bekennen, werden viele lateinamerikanische Länder die Millenniumsziele der Vereinten Nationen nicht erreichen. Vor allem indigene Bevölkerungen wie die Nachfahren der Inka in Peru sind benachteiligt. Seit über 15 Jahren unterstützt CARE die Gemeinschaften im Andenhochland deshalb dabei, ihre soziale, wirtschaftliche und rechtliche Lage aus eigener Kraft zu verbessern. Viele von ihnen sind besonders vom Klimawandel betroffen, Frost und Dürre zerstören ihre Felder und damit ihre Lebensgrundlagen. CARE versorgt die Bevölkerung zusammen mit lokalen Partnerorganisationen mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Baumaterialien, die ihnen ermöglichen, ihre Häuser nach Unwettern wetterfest zu machen. Außerdem werden Betroffene von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Wirbelstürmen durch Nahrungsmittelhilfe unterstützt, so lange sie sich nicht selbst versorgen können. In Haiti leistet CARE nach dem verheerenden Erdbeben von Anfang 2010 Nothilfe und Wiederaufbau. Hierzu gehören der Bau erdbebensicherer Unterkünfte und die Stärkung sozialer Infrastruktur.
Die Gesellschaften Lateinamerikas sind in den vergangenen Jahren demokratischer geworden. Oft wird die positive Entwicklung jedoch durch schwach ausgeprägte Gewaltenteilung, rechtsstaatliche Mängel sowie verbreitete Korruption eingeschränkt. Die Regierungen können kaum Erfolge beim Abbau von Arbeitslosigkeit und Armut vorweisen. Die Rechte indigener Völker werden mittlerweile zwar formal anerkannt, in der Praxis jedoch häufig nicht ausreichend gewahrt. Ein zentraler Bestandteil der CARE-Hilfe in Lateinamerika ist daher die Stärkung von Demokratie durch die Umsetzung von „guter Regierungsführung“ durch Zusammenarbeit von Parlament, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft.
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