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Im 19. Jahrhundert verbreitete sich Cholera von ihren Ursprüngen im indischen Gangesdelta aus in die ganzen Welt. Sechs Pandemien, also grenzüberschreitende Krankheitsausbrüche, töteten Millionen Menschen in Europa, Afrika und Lateinamerika. Die siebte, immer noch währende Pandemie begann 1961 in Südasien und verbreitete sich in den nächsten zwanzig Jahren nach Afrika und Lateinamerika. Inzwischen ist Cholera in vielen Ländern endemisch, taucht also regelmäßig auf. Damit der Kampf gegen die Krankheit gewonnen werden kann, müssen sich vor allem die hygienischen Verhältnisse bessern.
Was ist Cholera eigentlich? Das erklärt Professor Dr. Hans Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut der Universität München hier.
Cholera ist vor allem wegen der hohen Ansteckungsgefahr gefährlich. Cholera-Bakterien können bis zu 14 Tage in verdrecktem Wasser, Lebensmitteln oder ausgeschiedenen Fäkalien überleben und so weitere Menschen und auch Tiere anstecken. Zwischen zwei Stunden und fünf Tagen dauert es, bis die Krankheit ausbricht. Cholera ist nicht nur für Kinder und bereits geschwächte Menschen lebensgefährlich. Auch gesunde Erwachsene können innerhalb weniger Stunden starken Durchfall bekommen und an dem damit verbundenen Flüssigkeitsverlust sterben.
Cholera entsteht immer dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen leben und es an sanitären Anlagen und sauberem Trinkwasser mangelt. Deshalb ist Cholera heute ausschließlich eine Krankheit der Armen.
Das Rezept ist so simpel wie wirkungsvoll: Sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen geben dem Cholera-Bakterium keine Chance. Das ist der Grund, warum Cholera in Industrieländern heute ausgerottet ist.
Wo Cholera auftritt, kann die Aufklärung über Hygiene Leben retten. Regelmäßiges Händewaschen und der saubere Umgang mit Lebensmitteln gehören dazu. Sind Menschen mit Cholera infiziert, muss der Flüssigkeitsverlust gestoppt werden. Glukose und Elektrolyte sind dafür notwendig. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt sogenannte orale Rehydrationssalze. Sie bestehen unter anderem aus Glukose und Natrium.
Wenn CARE nach einer Naturkatastrophe oder anderen Krisen seine Nothilfe startet, beginnt ein Rennen gegen die Zeit. Denn überschwemmte Gebiete und große Menschenmassen sind „ideale“ Brutstätten für Cholera und andere Durchfallerkrankungen. Deshalb wird als erstes mit Hochdruck an der Versorgung mit sauberem Trinkwasser gearbeitet.
So zuletzt im November während der Auseinandersetzungen im Ostkongo (Verbesserung der Lebensbedingungen für Binnenflüchtlinge im Kongo). Und 2008 in Myanmar, als enorme Fluten das Irrawaddy-Delta überschwemmten (Myanmar - Sicherung der Trinkwasserqualität). Im indischen Bundesstaat Bihar litten im September 2008 fast 14 Millionen Menschen unter den schlimmsten Überflutungen seit 50 Jahren. CARE kämpfte dort gegen die Seuchengefahr (Video aus Indien).
Aber auch in Gegenden, wo keine unmittelbare Nothilfe geleistet werden muss, ist sauberes Trinkwasser ein Luxus. Wie etwa in den stark bevölkerten Regionen Nandi und Nyando in Kenia, wo CARE die bestehende Wasserversorgung ausbaut (Kenia – Neue Hoffnung durch sauberes Trinkwasser). Ebenfalls in Kenia arbeitet CARE im Flüchtlingslager Dadaab an neuen Wasserleitungen. Dafür stellt die Europäische Kommission 1,9 Millionen Euro zur Verfügung.
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