Das amerikanische Top-Model Christy Turlington besuchte als CARE-Botschafterin die Frauen im Andenhochland Perus. Auf ihrer Reise mit dabei - ihre Mutter. Gemeinsam machten sie sich ein Bild von der Situation der Mütter und Kinder in den armen, ländlichen Gebieten des Andenstaats. Hier ist die medizinische Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen besonders schlecht.
von Marion Michels
„Als Mutter von zwei kleinen Kindern, berührt mich das Schicksal der Frauen hier sehr“, so Turlington. Peru hat nach Bolivien die höchste Müttersterblichkeit in ganz Lateinamerika. Insbesondere indianische Frauen haben ein hohes Risiko bei der Geburt zu sterben. Denn die medizinische Versorgung für Kinder und Frauen, die auf dem Land leben, ist katastrophal. Im Jahr 2000 starben in Huencavelica, einem der ärmsten Regionen des Landes, 71 von 1.000 Neugeborenen während der Geburt. In der Hauptstadt Lima waren es dagegen nur 17 von 1.000 Neugeborenen.
„Meine Mutter stammt aus El Salvador“, sagt Turlington. „Dort habe ich als Kind einige Jahre gelebt. Doch erst als Erwachsene, nachdem ich selber Mutter geworden bin, erkenne ich wie wichtig es ist, die Lage von Schwangeren und Müttern zu verbessern.“ Turlington schildert, was sie während ihrer Peru-Reise über die alltäglich Probleme schwangerer Frauen erfahren hat: „Allein für sauberes Trinkwasser müssen schwangere Frauen meist kilometerlange Wege zurücklegen.“
In der Provinz Ayacucho bildet CARE medizinisches Personal in einem Gesundheitszentrum aus. Hier ist die Müttersterblichkeit besonders hoch, denn es gibt nur wenige medizinische Anlaufstellen für Mütter und ihre Neugeborenen. Die Zahl der Hausgeburten liegt bei 96 Prozent. Eine medizinische Versorgung, insbesondere wenn Komplikationen auftreten, gibt es kaum.
Die Gründe für die hohe Zahl der Hausgeburten sind vielfältig: vielen Frauen wird die Behandlung in staatlichen Gesundheitszentren verweigert, weil sie arm sind. Auch aufgrund ihrer kulturellen und ethnischen Identität wird die indigene Landbevölkerung benachteiligt. Hinzu kommen Verständigungsschwierigkeiten, weil das Klinik-Personal nur Spanisch und nicht die Quechua-Sprache der Indianer beherrscht.
Nach dem Besuch eines Gesundheitszentrums schildert Christy Turlington: „Ich habe eine Frau getroffen, die ihre Kinder bei der Geburt verloren hat. Ihr Dorf liegt sechs Stunden entfernt von der Klinik. Verwandte haben sie hierher gebracht, damit sie eine Bluttransfusion erhält.“ Durch die Verbesserung der medizinischen Versorgung konnte die Müttersterblichkeit in der Region auf 49 Prozent gesenkt werden. Mitarbeiter besuchen die Frauen in ihren Dörfern, um sie davon zu überzeugen, Hilfe in der Klinik zu suchen.
Zum Abschluss ihrer Reise traf Christy Turlington politische Vertreter in Lima. Ziel der peruanischen Regierung ist es, die Müttersterblichkeit bis zum Jahre 2015 um 75 Prozent zu reduzieren. Auch CARE trägt einen Teil dazu bei.
Neben der Verbesserung der medizinischen Versorgung, arbeitet CARE im Hochland von Peru vor allem in den Bereichen Armutsbekämpfung und Gemeinwesenentwicklung. Die indianische Landbevölkerung der Andenregion litt jahrelang unter dem Kampf der Guerillaorganisation „Leuchtender Pfad“. CARE hilft den Bauern dabei, neben der Landwirtschaft zusätzliche Einkommensquellen aufzubauen. Zudem setzt sich CARE für die Gleichberechtigung der Indianer in der peruanischen Gesellschaft ein, bildet politische Fürsprecher aus und fördert so eine aktive Mitsprache der indigenen Gemeinden.
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