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Ghana: Wenn der Klimawandel den Boden unter den Füßen wegspült

Zerstörte Wände, eingestürzte Dächer, verstreute Tonscherben und ein im Hof zurückgelassenes Paar Schuhe. Es macht den Eindruck, als ob in diesem Dorf in Ghana niemand mehr lebe. Als sei der Ort plötzlich und in großer Hast verlassen worden. Aber der Eindruck täuscht: James Abachbar und seine Familien wohnen noch hier. Zwar konnten sie der letzten Flut entkommen, aber ihr Heim ist zerstört und das Vieh umgekommen. Nur ein paar junge Ziegen blöken noch im Hof.

Nach der Flut ist vor der Flut


Der Ghanaer James Abachbar fühlt sich, als hätte der Klimawandel ihm den Boden unter den Füßen weggezogen. Doch er ist nicht der Einzige. Etwa 240.000 Menschen sind im letzten Jahr durch Umweltkatastrophen weltweit ums Leben gekommen. Und in den nächsten 20 bis 30 Jahren wird der Klimawandel zu höheren Temperaturen, schlimmeren Dürren und stärkeren Unwettern führen. Der Weltklimarat (IPCC) sagt deutlich, dass der Klimawandel eine Realität ist, die nicht ignoriert werden kann. Er wird großen Einfluss auf Nahrungssicherheit, die Ausbreitung von Krankheiten, Konflikte und den Zugang zu Wasser in Entwicklungsländern haben – vor allem auf dem afrikanischen Kontinent. Eduardo Tehlhano, Nothilfe-Koordinator von CARE in Mosambik, kann diese Einschätzungen aus eigener Erfahrung bestätigen: „Es hat sich alles komplett verändert: Die Abstände zwischen schweren Dürren haben sich von 12 bis 13 Jahren auf nur noch fünf Jahre verkürzt.“

 

 

Der Klimawandel wird erst seit einigen Jahren von den Regierungen dieser Welt als Problem wahrgenommen. Trotzdem kann CARE auf viele Jahre Erfahrung mit der Anpassung an den Klimawandel zurück blicken. Diese Erfahrung verdankt CARE der engen Zusammenarbeit mit den Ärmsten der Welt. Denn sie sind es, die oft allein vom Ertrag ihrer Felder und ihres Viehs abhängig sind. Aber nun macht der Klimawandel ihr Überleben noch härter. Die Ärmsten der Welt haben keine Versicherung. Wenn sie die Ernte eines Jahres an die Dürre verlieren oder ihr Haus und ihre Vorräte von der Flut vernichtet werden, dann haben sie keine Reserven, auf die sie zurückgreifen können.

Enten statt Hühner

Auch kleine Anpassungen können helfen, Katastrophen zu verhindern und das Überleben der Menschen zu sichern. So können zum Beispiel veränderte Anbaumethoden einen großen Unterschied machen. Um das Austrocknen der Böden zu verhindern, empfiehlt CARE den Bauern, die Erde abzudecken. Und um das Risiko von Krankheiten und Katastrophen zu verringern, unterstützt CARE die Bauern beim Anbau einer großen Anzahl unterschiedlicher Pflanzen. Auch der Austausch von Mais gegen Hirse kann in von Dürre geplagten Gebieten helfen. Denn Hirse braucht weniger Wasser.

Viehhaltung kann ebenfalls eine Strategie sein, um sich gegen den Klimawandel abzusichern. Bewohner ländlicher Gegenden können Tiere züchten und sie auf dem Markt verkaufen. Sie können von den Eiern und der Milch leben, die von den Tieren produziert werden. In Gebieten mit starken Überschwemmungen können Hühner durch Enten ersetzt werden – denn sie schwimmen im Falle einer Flut einfach obenauf. Anpassung an den Klimawandel bedeutet: Nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Mit Vorsorge und Planung bereitet CARE die Menschen auf zukünftige Katastrophen vor. So kann nun James Abachbar zusammen mit CARE-Mitarbeitern Lösungen entwickeln, um bei der nächsten Überschwemmung besser vorbereitet zu sein. Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel verwurzelt die Abachbars wieder fest in ihrem Land. Damit es ihnen die Flut nie wieder unter den Füßen wegspült.

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