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Guatemala: Mein Wald

Die Verteilung von Land verläuft in Guatemala sehr ungerecht. Die Mehrheit der ärmsten Bevölkerung hat nur kleine Anbauflächen zur Verfügung. Da diese sich auch meist auf steilen Hängen befinden, rutscht den Einwohnern buchstäblich der Boden unter den Füßen weg. Denn die Bäume, die einst die Hänge befestigten, mussten den Anbauflächen weichen. Damit greift die ungerechte Bodenverteilung auch in den globalen Klimawandel mit ein – denn durch das Abholzen werden große Mengen CO2 freigesetzt. Einige Waldgebiete sind nun vollkommen kahl, starker Regen hat die Böden bis auf den nackten Stein abgetragen.

Damit die Menschen im Westen Guatemalas wieder auf ihre natürlichen Ressourcen zugreifen und ihren Lebensunterhalt bestreiten können, arbeiten sie mit CARE an der effizienten Bewirtschaftung und dem Schutz des Waldes. Seit 1990 wird das „Mi Bosque“-Projekt in elf Gemeinden durchgeführt. „Mi Bosque“ bedeutet „Mein Wald“ und zeigt, worum es geht: Jeder Einzelne ist verantwortlich dafür, dass der Wald geschützt wird.

Das Projekt unterstützt die landwirtschaftliche Nutzung von Wäldern, damit die Menschen neue Einkommensquellen gewinnen und die Produktivität gesteigert wird. CARE-Mitarbeiter zeigen den Bewohnern, wie sie Bäume auf steilen Hängen pflanzen, um das Risiko von Erdrutschen zu minimieren. Damit wird die Entwaldung aufgehalten und weniger CO2 freigesetzt. Das Projekt unterstützt auch die Anlage von Baumschulen. Viele gefährdete Waldgebiete konnten so erhalten werden. Gepflanzt werden vor allem einheimische Arten.

Alles, was Recht ist
Großen Erfolg gab es im Bereich der Gesetzgebung. Lokale Organisationen, haben sich durch das „Mi Bosque“-Projekt gegründet und engagieren sich für die Landrechte der Ärmsten. Mit Erfolg: Ein neues Gesetz erkennt inzwischen das Recht der lokalen Bevölkerung an, sich an Entscheidungen zu beteiligen, die ihre Gemeinschaft betreffen. Und auch die Wissenschaft gibt dem Projekt gute Noten: Die Treibhausgasemissionen durch Rodung und Erosion konnten mit der Zeit vollständig gestoppt werden. Die Daten von 43 Wäldern zeigen, dass dort 208 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar gespeichert werden – Kohlenstoff, der demnach nicht mehr in die Atmosphäre gelangt und das Klima beeinflusst.

Erfolg auf der ganzen Linie
Die Teilnehmer von „Mi Bosque“ verdienen heute mehr, unter anderem auch durch die nachhaltige Vermarktung des Holzes. Das hat auch eine positive Folge für die Familien: Inzwischen wandern 80 Prozent weniger Menschen in andere Regionen aus, um dort Arbeit zu suchen. Die Familien bleiben intakt. Und die Produktivität wurde gesteigert: Organischer Dünger, ein Wechsel der Fruchtfolge und die Einführung von Feldwaldbau-Techniken trugen dazu bei. Viele Bauern halten jetzt auch Hühner, Schweine, Ziegen und Kühe, um ihr Einkommen zu verbessern. Auch die Bodenerosion nimmt ab und es kommt immer seltener zu Staunässe, einem üblichen Nebeneffekt der Entwaldung. All diese Erfolge sprachen sich auch schnell bei lokalen Führern und anderen Dörfern herum, die inzwischen ähnliche Projekte umsetzen. Die Samen von Mi Bosque tragen also Früchte.

 
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