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Apokalypse Blau - wie Wasser die Welt regiert

Fluten, Dürren, Verschmutzung und Knappheit - Wasser bestimmt das Leben auf dem blauen Planeten

von Sabine Wilke

Sri Lanka, Foto CARE/Estey

Wasser wird häufig als "flüssiges Gold" bezeichnet - und das umschreibt die Bedeutung des Rohstoffes ziemlich gut. Denn ohne Wasser gäbe es kein Leben auf dem Planeten. Und gerade deshalb sollten wir dieses wertvolle Gut sparsam nutzen.

Die Zahlen erzählen leider eine andere Geschichte: Im letzten Jahrhundert stieg der weltweite Wasserverbrauch doppelt so schnell wie das  Bevölkerungswachstum. Wir verbrauchen also immer mehr Wasser – und in einigen Teilen der Welt wird es gleichzeitig knapp. 

Die Vereinten Nationen sagen für 2050 eine Weltbevölkerung von 9,3 Milliarden Menschen voraus. Dabei bleibt das Wasservorkommen gleich (siehe Grafik). Wir müssen also sparsam haushalten, damit es für alle reicht.

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Schmutziges Wasser und überall Abfall: das ist der Alltag in Dadaab (Foto: CARE/Rottländer)

Wenn das kostbare Gut zu einer käuflichen Ware wird, führt das zu Konflikten. In Bolivien etwa wurde die Wasserversorgung vor einigen Jahren privatisiert. Das hat zu Aufständen geführt, weil sich die Ärmeren kein Wasser mehr leisten konnten. Genügend Wasser alleine reicht allerdings nicht, es muss auch sauber sein. Die Vereinten Nationen schätzen, dass ein Zehntel der gesamten Krankheiten durch Zugang zu sauberem Wasser vermeidbar wäre. Die Verschmutzung des Grundwassers in großen Städten nimmt zu, vor allem in Entwicklungsländern, wo keine funktionierenden Klär- und Filteranlagen existieren. Besonders in Flüchtlingslagern ist der Druck auf die sanitären Anlagen groß. In Dadaab im Norden Kenias leben inzwischen fast 300.000 Menschen in Flüchtlingscamps. Hier ist sauberes Trinkwasser und Abwassermanagement lebenswichtig.

Wie viele Menschen haben Zugang zu Sanitäranlagen?

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Bevölkerungsdruck und Umweltverschmutzung sind aber nicht die einzigen Herausforderungen an den Rohstoff Wasser. Auch der Klimawandel spielt eine Rolle. Er bringt ein gegensätzliches Paar hervor: Zu wenig und zu viel Wasser - Dürre und Überschwemmungen. Einerseits gibt es Regionen auf der Welt, in denen es immer weniger regnet und der Boden vertrocknet. Andererseits leiden Küstenregionen, vor allem in Asien, zunehmend unter Wirbelstürmen und Überflutungen.

Fluten in Vietnam (Foto: CARE/Fokuhl)

Wissenschaftler erklären das mit einer Intensivierung des Wasserkreislaufes: die wärmere Luft führt zu einem stärkeren Sättigungsdampfdruck, also einem höheren Gehalt an Wasserdampf in der Atmosphäre. In einigen Regionen gibt es dann vermehrt kurze, intensive Regenphasen, denen wiederum lange Dürren folgen. Gleichzeitig lässt die wärmere Luft Gletscher schmelzen. Das Wasser wird von Flüssen die Berge hinuntergetragen und überschwemmt das Land. Wie in Südostasien, wo die Menschen zunehmend unter den veränderten klimatischen Bedingungen leiden.

Eine Strategie ist Anpassung, und dabei helfen Organisationen wie CARE. In Vietnam lernt die Bevölkerung beispielsweise, sich besser vor Naturkatastrophen zu schützen: Durch Evakuierungspläne und den Ausbau von Straßen und Brücken.

Viele Beobachter warnen vor regelrechten Kriegen um den Rohstoff Wasser. Dabei wird allerdings übersehen, dass die Nutzung gemeinsamer Wasserquellen benachbarte Länder auch näher bringen kann. Ägypten, Jordanien und Palästina teilen sich den Nil und den Jordan- und müssen Wege finden, diese Ressource sparsam zu verwenden. CARE unterstützt hier grenzübergreifende Projekte zur Wassernutzung. Auch innerhalb eines Landes: Das Water Stability Project in Ägypten hat dazu geführt, dass es in vier Regionen Ägyptens inzwischen neue soziale Mechanismen gibt, um Wasser gerecht zu teilen. Dazu arbeiten Bauern, lokale Behörden und andere Interessensgruppen jetzt zusammen.

Schließlich kann Wasser auch ein Weg sein, benachteiligte Gruppen der Gesellschaft zu stärken. Im Jemen unterstützt CARE Frauenorganisationen, die die Trinkwasseranlagen ihrer Dörfer überwachen. Hier gehen Wassermanagement und Frauenförderung Hand in Hand.

 
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