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Papua Neuguinea: Wie Tomei zum Wassermanager wurde

Tomei engagiert sich für sein Dorf als Wassermanager (Foto: CARE)

Von Georgie Baker

Jeden Tag bei Sonnenaufgang macht sich Tomei auf den Weg. Damit all seine acht Kinder nicht mit leerem Magen aus dem Haus gehen, frühstückt er selbst nur selten. Er verlässt die kleine, mit Stroh bedeckte Bambushütte, in der er in einem Zimmer mit seiner Familie lebt. Jeden Tag hat er das gleiche Ziel: Den Bewohnern seines Dorfes zu helfen.

„Ich besuche die Dorfbewohner, um zu sehen, ob es irgendetwas gibt, das sie brauchen, oder was gemacht werden muss. Häufig gebe ich Ratschläge oder rege Ideen an. Wenn jemand ein Haus baut oder an irgendetwas anderem arbeitet, versuche ich, ihnen so gut wie möglich unter die Arme zu greifen. Ich kontrolliere auch den Zustand der Straßen und versuche, sie zu reparieren. Ich arbeite sehr hart für meine Leute.“ sagt Tomei.

Willkommen im Dorf Ikana 1

Tomei ist der Vorsitzende des Dorfes Ikana 1, das im Herzen der östlichen Hochebenen von Papua Neuguinea liegt. Die Gegend ist geprägt von dichten Regenwäldern und reichen Böden. Ikana 1 ist jedoch auch weit entfernt von Städten und anderen Dörfern. Das Land ist felsig, es gibt kaum Straßen und andere Infrastruktur. Diese Isolation schafft einen Teufelskreis der Armut, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Alle packen mit an (Foto: CARE)

Um zu überleben, bauen Tomei und seine Mitbürger Kaffee an und verkaufen ihn – wie mehr als 2,5 Millionen Bürger Papua Neuguineas. In der Erntezeit zwischen April und Juli pflücken und säubern sie die Bohnen und legen sie zum Trocknen in die Sonne. Es ist schwierig und gefährlich, den Kaffee zu Fuß die heimtückischen Straßen in andere Dörfer wie Goroka zu transportieren. Selbst mit einem Auto wäre man drei Stunden unterwegs. Aber allein von dieser Knochenarbeit können die Familien kaum überleben. Das Geld reicht nicht, um sich Kleidung, Schulgelder, Arztbesuche und gute Lebensmittel leisten zu können.

„Ich habe mich immer gefragt, was ich tun kann, um meinem Dorf zu helfen“, sagt Tomei. Die harten Umstände machen die Antwort nicht leicht. Als CARE Tomei für das Projekt „Stärkung von Gemeinden in Papua Neuguinea“ beauftragte, hat er zusammen mit dem Dorf und CARE die Hauptprobleme für die Bewohner erörtert und Lösungen vorgeschlagen. Tomeis Familie ist nur eine unter vielen, die mindestens ein Kind verloren haben, weil es an durch von Wasser übertragbaren Krankheiten wie Typhus gestorben ist. Die Bewohner konnten sich daher schnell darauf einigen, dass die Versorgung mit sauberem Wasser das dringlichste Anliegen sein müsse.

Wasserauffangbecken für den wertvollen Regen

Durch die enge Zusammenarbeit der Dorfbewohner und der CARE-Mitarbeiter entstanden sieben Wasserauffangbecken, die insgesamt 20 Häuser im Dorf versorgen können. Jede Wasserstelle hat zwei Behälter, die das Regenwasser sammeln und es dann durch Rohre zu Trinkhähnen, Toiletten, Duschen und Waschbereichen leiten. Nur ein einziger heftiger Regenfall füllt die Tanks und kann die Bewohner für mehrere Monate versorgen.

Die Kombination aus Hygienetraining, neuer Sanitäranlagen und sauberem Wasser hat die Lebens- und Gesundheitssituation der Dorfbewohner bereits wesentlich verbessert und die Gefahr von Krankheitsausbrüchen in der Zukunft verringert. Das erste Mal seit 48 Jahren verfolgt Tomei gespannt einen positiven Wandel in seinem Dorf. Optimistisch war er jedoch immer schon: „Ich habe von jeher davon geträumt, dass hier mal was richtig Gutes passiert.“ Sein Optimismus, so meint man, ist in dieser Umgebung eine bemerkenswerte Charaktereigenschaft. Letztlich hatte er damit jedoch recht.

 
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