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Is(s)t das gerecht?

Es ist paradox: Auf der einen Seite des Kontinents bemühen sich die Menschen zwanghaft, weniger zu essen und Gewicht zu verlieren. Auf der anderen Seite herrscht nur ein Gefühl im Magen: Leere. Das spüren in diesem Jahr zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Menschen. Grund dafür sind neben der Weltwirtschaftskrise auch die hohen Lebensmittelpreise. Ende des Jahres 2008 kosteten Lebensmittel durchschnittlich ein Viertel mehr als noch zwei Jahre zuvor. Die Menschen verdienen weniger oder verlieren gleich ihre Arbeit. Und können sich weniger Nahrungsmittel leisten, die auch noch teurer geworden sind – ein Teufelskreis.

Hunger ist ein schleichender Killer. Wer ständig zu wenig isst, verliert Kraft und Konzentration. Krankheiten schwächen einen unterernährten Körper besonders, und gerade Kinder haben in so einer Situation kaum eine Chance, gesund und stark zu werden.

 

(Foto: CARE/Pfeifer)
Groß und stark werden - das geht nur mit ausreichend Nahrung (Foto: CARE/Pfeifer)

 

Die gute Nachricht: Wir können den Hunger besiegen. Nicht mit futuristischem Hightech oder einem Impfstoff, der erst noch entwickelt werden muss. Die Erde könnte alle sechs Milliarden Menschen ausreichend ernähren. Und das Rezept dafür ist einfach.

Landwirtschaft in Myanmar (Foto: CARE)
Landwirtschaft in Myanmar (Foto: CARE)

Einige der Zutaten: Die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern braucht technische Geräte, damit mehr und besser angebaut werden kann. Düngemittel, Bewässerungssysteme und Maschinen erleichtern die Arbeit für Millionen von Menschen, die ihren Lebensunterhalt auf Feldern verdienen. Doch die beste technische Ausstattung hilft nicht, wenn die geernteten Produkte nur schwerfällig auf holprigen Straßen transportiert werden müssen. Verkehrsanbindung, Märkte, Handelszentren – all das hilft gegen den Hunger.

Wissen macht nicht nur Ah, sondern auch satt. Wer in der Schule etwas gelernt hat, kann später einen Beruf ausüben und seine Familie versorgen. Bildung ist auch im Kampf gegen den Hunger der Schlüssel.

Bunte Mischung: Hülsenfrüchte in Malawi (Foto: CARE/Freccia)
Bunte Mischung: Hülsenfrüchte in Malawi (Foto: CARE/Freccia)

Auch die Vielfalt der Lebensmittel darf nicht aussterben. Gerade lokale Arten von Getreide und Gemüse helfen dabei, dass die Menschen ausgewogen ernährt sind. Je weniger unterschiedliche Sorten von Nahrungsmitteln angebaut werden, desto anfälliger sind die landwirtschaftlichen Erzeugnisse auch für Seuchen und den Verlust genetischer Vielfalt.

Und schließlich dürfen sich Europa und die USA nicht länger vor Produkten aus anderen Ländern abschotten – mit Agrarsubventionen und Handelsbarrieren. Wenn die eingeflogenen spanischen Tomaten in Ghana billiger zu kaufen sind als das einheimische rote Gemüse, dann ist das nicht nur verquer, sondern auch unfair. Wir können also dafür sorgen, dass Hunger bald Geschichte wird. Die Menschheit kann zum Mond fliegen und hat das menschliche Genom entschlüsselt. Die Ausrottung des Hungers sollte dagegen doch ein Kinderspiel sein.

 

 
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