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Wer hat keinen Zugang zu Bildung und warum?
Weltweit lebt mehr als eine Milliarde Menschen in absoluter Armut. Die Betroffenen müssen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen (1 US-Dollar entspricht etwa 0,78 Euro). Die Kinder sind von der Armut am stärksten betroffen, da sie in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung beeinträchtigt werden. Fast alle Kinder, denen das Recht auf Bildung verwehrt wird, sind arm.
Armut ist auch Ursache für viele weitere Probleme, die Kinder und Jugendliche davon abhalten, eine Schule zu besuchen:
Benachteiligung von Mädchen und Frauen
Die Mehrheit der Kinder, die keine Schule besuchen, sind weiblich. In Afrika und Südasien besuchen 14 Mio. weniger Mädchen als Jungen eine Grundschule.
Schulgebühren
In vielen armen Ländern kostet der Besuch einer staatlichen Grundschule einen Monatslohn und mehr. Die Einschulungsraten in Kenia, Uganda, Tansania und Malawi haben sich verdoppelt oder sogar verdreifacht, nachdem in diesen Ländern die Schulgebühren abgeschafft wurden. Gemäß einer UNESCO- Studie von 2003 (Global Monitoring on Education for All) werden jedoch in 101 Ländern weiterhin Schulgebühren für die Grundschule erhoben.
Kinderarbeit
Anstatt zur Schule zu gehen, müssen viele Kinder mühsame und oft gesundheitsschädliche Arbeiten verrichten, wie z.B. die Herstellung von Ziegelsteinen, das Sammeln von Altmetall, das Nähen von Fußbällen und das Betteln in den Straßen. Und dies, obwohl 132 Ländern die Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation IAO (International Labour Organisation, ILO) unterzeichnet haben, die zum sofortigen Handeln aufruft, um die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu unterbinden.
Behinderungen
Viele Länder bieten Kindern mit Behinderungen keine Unterstützung, damit auch sie eine Schule besuchen können.
HIV/Aids
In Afrika und in Teilen von Asien führt Aids dazu, dass Kinder die Schule abbrechen, entweder weil sie ihre Eltern verloren haben, weil sie zu Hause bleiben müssen, um ihre erkrankten Familienangehörigen zu pflegen oder weil sie mitarbeiten müssen, um den Lebensunterhalt zu sichern. In manchen Fällen werden die Aids-Waisen sogar von staatlicher Seite aufgefordert, die Schule zu verlassen, da dieser Krankheit Vorurteile und Stigmata anhaften.
Unruhen, Kriege
Kriege, Bürgerkriege und bewaffnete Konflikte vernichten ganze Gemeinden und reißen die Kinder aus ihrer vertrauten Umgebung. Für Flüchtlinge ist es besonders schwer, in eine Schule zurückzukehren.
Mangelnde Qualität
In den meisten Klassenzimmern fehlen ausreichende Lern- und Lehrmittel, wie Bücher, Schultische und vor allem gut ausgebildete Lehrer. Die Klassen sind oft sehr groß oder der Schultag ist auf nur 2-3 Stunden begrenzt. In so einem Fall erhalten auch Kinder, die eine Schule besuchen, nicht die gewünschte Grundbildung, da es ihnen nicht möglich ist, unter den beschriebenen Umständen die notwendigen Lese- , Schreib- und Rechenfähigkeiten zu erlernen.
Fehlende Integration
Manche Regierungen bestehen darauf, dass die Schulen einheitlich strengen Richtlinien folgen. Diese haben jedoch keinen Bezug zur örtlichen Kultur, zur Sprache und dem Alltag der Kinder. Die Eltern könnten solche Richtlinien als eine Gefahr für ihre Traditionen und die von ihnen wertgeschätzten Lebensformen ansehen.
Warum ist Bildung der Schlüssel zur Armutsbekämpfung?
Bildung ist der Schlüssel, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Sie ermöglicht den Menschen, mehr zu leisten, einen besseren Lohn zu erzielen, ihre Gesundheit zu schützen und eine Stimme in ihrer Gesellschaft zu haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder von Müttern, die nie eine Schule besucht haben, vor dem 5. Lebensjahr sterben, ist doppelt so hoch, als bei Kindern von gebildeten Müttern. Kinder von Müttern, die eine Ausbildung genossen haben, sind besser genährt. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie eine Schule besuchen, ist sehr hoch.
Was ist Lobby-Arbeit?
Darunter versteht man, dass Entscheidungsträger dahingehend beeinflusst werden, bestimmte Handlungen zu vollziehen oder eine gewünschte Entscheidung zu treffen. Ein sehr einfaches Beispiel von Lobby-Arbeit wäre, wenn Kinder ihre Eltern zu beeinflussen versuchen, um länger aufbleiben zu können. Den Schülern/innen fallen sicher auch andere Beispiele ein.
Gewöhnlich ist mit dem Begriff Lobby-Arbeit die Beeinflussung von Entscheidungsträgern gemeint, von lokalen Verantwortlichen und Bürgermeistern bis hin zu Parlamentariern oder Regierungsmitgliedern. Lobby-Arbeit ist ein wichtiges Mittel, um mit der Regierung und Politikern zu kommunizieren, um den Bedenken und Anliegen der Menschen Gehör zu verschaffen sowie Lösungen für ihre Probleme zu finden.
Das englische Wort Lobby bezeichnet die für die Öffentlichkeit zugängliche Empfangshalle eines Parlamentsgebäudes, ursprünglich die Wandelhalle des britischen Unterhauses.
Früher warteten die Menschen in der Lobby auf die Parlamentsmitglieder, die auf dem Weg zu einer Abstimmung über ein bestimmtes Thema waren. Diese Lobbyisten hofften, die Parlamentarier vorher für eine bestimmte Entscheidung beeinflussen zu können. Auch heute nennt man Vertreter von Verbänden und Firmen, die am Parlamentssitz tätig sind, um sich für Ihre Belange einzusetzen, Lobbyisten.
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