Land/Region: Laos/Provinz Phongsaly
Projektname: Phongsaly Food and Capacity Building
Lokale Partner: CARE Laos
Laufzeit: Oktober 2005 – Oktober 2009
Laos führt eine traurige Statistik: Es ist das ärmste Land Südostasiens. Dennoch ist das Land, das der berühmte Mekong-Fluss durchzieht und das von grünen Gebirgszügen geprägt ist, weitgehend unbekannt. Auch in den Medien findet der Vielvölkerstaat kaum Beachtung. Dabei ist fast die Hälfte der fünf Millionen Einwohner – Laoten genannt – auf Hilfe von außen angewiesen. Denn 40 Prozent der Kleinkinder sind unterernährt. Es gibt kaum Bewässerungssysteme und eine unzureichende Infrastruktur – viele Dörfer sind von Versorgungswegen völlig abgeschnitten, die Menschen leben isoliert und fern von Märkten, Ärzten oder Schulen.
So auch die Bewohner der nördlichen Bergprovinz Phongsaly. In der Region leben ethnische Minderheiten, deren Dörfer nicht über Straßen zu erreichen sind. Dadurch ist nicht nur die ärztliche Versorgung prekär: Es gibt kaum Reis, Hauptnahrungsmittel in Südasien. Die Provinz leidet unter extremen Wetterveränderungen; großen Dürren folgen starke Überschwemmungen während der Monsunmonate. Sie machen eine produktive Reiswirtschaft kaum möglich. Fast die gesamte Dorfbevölkerung Phongsalys, 94 Prozent, lebt inzwischen unterhalb der Armutsgrenze. Ohne Starthilfe für den Aufbau einer neuen Lebensgrundlage haben sie nur geringe Chancen, den Kreislauf aus Armut, Unterernährung und Krankheit zu durchbrechen.
Wie hilft CARE?
CARE setzt sich seit 1992 für die Menschen im nördlichen Laos ein und ist damit eine der wenigen Hilfsorganisationen in der Region. Denn die Arbeit in den teilweise nur sehr schwer zugänglichen Berggegenden ist eine große Herausforderung. In Phongsaly integriert CARE Deutschland-Luxemburg die Laoten in die Projektarbeit und entwickelt zusammen mit ihnen Strategien, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Dabei packt CARE den Hunger von drei Seiten an, um nachhaltig die Ernährungssituation der Bevölkerung in 31 Dörfern zu verbessern. Diese drei Bausteine heißen:- Stärkung der Frauen- Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten- Hilfe zur Selbsthilfe durch Bildung
Die Frauen nehmen in der laotischen Gesellschaft immer noch eine niedrige soziale Stellung ein. Dabei spielen sie für die Gesundheit und Ernährung der Familien und vor allem der Kinder eine sehr bedeutende Rolle. CARE stärkt deshalb ihre gesellschaftliche Position. Bildung ist hierfür unerlässlich. CARE vermittelt ihnen Kenntnisse über Gesundheit, Hygiene und eine ausgewogene Ernährung, die die Frauen an ihre Familien weitergeben. Auf diese Weise nehmen sie entscheidenden Einfluss auf das Wohl ihrer Familien und ihr Ansehen steigt.
In den Aufgabenbereich der Frauen fällt auch das Wasserholen. In Dürrezeiten müssen sie kilometerlange Entfernungen zu Wasserstellen zurücklegen und brauchen hierfür viel Zeit und vor allem Kraft. CARE baut daher dringend benötigte Bewässerungssysteme, Brunnen und Wasserspeicher in den Dörfern, um die Frauen zu entlasten.
Wasser ist Leben
Der Ausbau der Bewässerungsinfrastruktur sorgt außerdem dafür, dass die Felder und kleine, sogenannte „Küchengärten“ ausreichend mit Wasser versorgt werden können. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser verbessert ganz entscheidend die Gesundheitssituation, vor allem die der Kinder. Die Bewässerungssysteme erlauben zudem den Anbau einer größeren Pflanzenvielfalt, wodurch eine ausgewogene und damit gesündere Ernährung gewährleistet wird.
Viele der Dorfbewohner in der Provinz Phongsaly leben nur vom Reis- und Getreideanbau. Bleiben die Ernteerträge während den Dürrezeiten oder Überschwemmungen aus, kommt es zu einem kompletten Verdienstausfall, der die Familien an den Rand des Existenzminimums drängt. Nur die Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten durchbricht diese Abhängigkeit.
Doch was gibt es für Alternativen? Die Gemeinschaften haben die Viehzucht als weitere Einkommensquelle identifiziert. Schon eine einzige Kuh kann in Laos eine fünfköpfige Familie ernähren. Doch die ist für die Reisbauern unerschwinglich. Deshalb richtet CARE in jedem Dorf eine „Viehbank“ ein, an der alle Dorfbewohner, wie bei einer Bank, Anteile - also Vieh - erwerben können. Und zwar durch die Pflege der Kühe, Schweine und Ziegen. Gerade die Ärmsten haben so die Gelegenheit, zu Kapital zu kommen und in absehbarer Zeit durch ihre Arbeit ein Jungtier zu ersparen. Parallel werden die Bauern in der Viehhaltung ausgebildet und bekommen tiermedizinische Grundkenntnisse vermittelt.
Weite Teile der Bergregionen sind Regenwaldgebiet. Die beliebten Edelhölzer wurden über Jahrzehnte für den Export gerodet – der Kahlschlag hat inzwischen tiefe Risse in den Gebirgszügen hinterlassen. Das Regenwasser kann so in der Monsunzeit nicht mehr aufgefangen werden, es kommt zu starken Überschwemmungen.
An diesem Punkt setzt das Projekt von CARE an. Um den Regenwald künftig zu schonen und die Bewohner vor Überschwemmungen zu schützen, sucht CARE gemeinsam mit den Dorfbewohnern nach alternativen Einkommenschancen. Die Familien werden in verschiedenen Handwerken ausgebildet, deren Produkte in der Region einen Absatz finden. Gelernt werden in den Werkstätten auch die Grundlagen von Vertrieb und Handel, um auf den benachbarten Märkten erfolgreich zu sein.
Als Basis dafür baut CARE gemeinsam mit staatlichen Stellen Feldwege und Straßen und sichert damit den Zugang zu den Märkten der Region.
Das Projekt in Laos ist eines von drei Jubiläumsprojekten, mit denen CARE den 60. Geburtstag des CARE-Pakets feiert. Helfen Sie uns zu helfen! Schenken Sie den Menschen in Laos Starthilfe, um sich aus bitterer Armut zu befreien.
Zum Beispiel durch:
Saatgut und Werkzeug für 1 Hausgarten: 25 Euro
4 Ziegen als Startkapital für 2 Personen: 68 Euro
1 Kuh für die Kuhbank: 300 Euro
Weitere Hintergrundinformationen zum Laos-Jubiläumsprojekt (1.7 MB, PDF)

Sabine Dier
dier[at]care.de
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