Von der Gewalt zur Selbstbestimmung

Projektdaten

Landkarte von Kenia.

Land/Region: Kenia/ Flüchtlingslager Dadaab
Kurzbeschreibung: Hilfe für Betroffene und Prävention von sexueller Gewalt und Zwangsbeschneidungen.
Lokale Partner:
CARE Kenia
Finanzierung:  CARE Deutschland-Luxemburg
Laufzeit: Februar 2009 bis Januar 2010

Der 1991 begonnene Bürgerkrieg in Somalia hat dazu geführt, dass hunderttausende Menschen mit ihrem gesamten Hab und Gut fliehen mussten. Viele von ihnen kamen nach Kenia, wo CARE drei Flüchtlingslager im Auftrag der Vereinten Nationen (UNO) in Dadaab betreut.

Somalische Gemeinschaften sind durch ein sehr starkes Zusammengehörigkeitsgefühl geprägt. Ihre Strukturen sind jedoch auch sehr patriarchalisch und basieren auf islamischen Werten sowie traditionellen Riten und Gebräuchen. Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen, wie Zwangsbeschneidungen, Vergewaltigungen und häusliche Gewalt sind weit verbreitet. Viele Opfer erstatten aus Angst keine Anzeige und müssen ihre schrecklichen Erfahrungen alleine bewältigen. Wenn es zur Anzeige kommt, so werden diese oft vor traditionelle Gerichte gebracht - und die Täter dort dann verschont.

somalische Frau mit Hennabemalung
Somalische Frauen im Flüchtlingslager Dadaab (Foto: CARE)

Wie hilft CARE?

CARE arbeitet mit den somalischen Frauen in den Flüchtlingslagern auf zwei Ziele hin. Zum einen wird die Lebenssituation von misshandelten Frauen und Mädchen konkret verbessert: Betroffenen Frauen wird beim Aufbau von kleinen Unternehmen wie Kunsthandwerk, Seifenproduktion oder Hühnerzucht geholfen. Dadurch verdienen sie Geld, mit dem sie selbst haushalten können und gewinnen eine neue Perspektive. Außerdem berät CARE die Betroffenen und ihre Familien, damit sie sich mit den traumatischen Erfahrungen auseinandersetzen und diese verarbeiten können.

Das zweite wichtige Ziel ist die Prävention von sexueller Gewalt und Zwangsbeschneidungen. Damit eine nachhaltige Veränderung in den somalischen Gemeinschaften bewirkt werden kann, führt CARE Aufklärungsmaßnahmen durch. CARE informiert Richter über die offizielle Gesetzeslage und Folgen von sexueller Gewalt, damit Gewalttäter angemessen bestraft werden. Lehrer, Mitarbeiter, Polizei und Staatsanwaltschaft, religiöse Führer und ehemalige Beschneiderinnen werden zum Thema Zwangsbeschneidung aufgeklärt.

CARE setzt sich dafür ein, dass sich das Verhalten und die Einstellung in der Gesellschaft ändern, von den einzelnen Bürgern bis zu den administrativen, gesellschaftlichen oder religiösen Strukturen hin. Männer werden in reinen Männergruppen gezielt auf das Thema angesprochen und erfahren, was die Zwangsbeschneidung für ihre Frauen bedeutet. CARE organisiert Kampagnen und Diskussionsrunden zu diesem Thema in den Camps und fördert mehr Austausch zwischen den jüngeren und älteren Menschen. So werden die Kinder besser informiert und sind daher gegen zukünftigen Missbrauch besser geschützt.

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