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CARE-Geschäftsführer Anton Markmiller versucht parallel zum Klimagipfel seine CO2-Bilanz reduzieren. Ob's klappt?
18. Dezember 2009. In Afrika heißen die Stars der Savanne "The big Five" und es sind die Könige ihrer jeweiligen Gattung: Löwe, Büffel, Nashorn, Nilpferd und Gepard. Wer sie auf der Savari zu Gesicht bekommt, ist ein Glücklicher. In Kopenhagen sehen wir zur Zeit "The big 120" oder so ähnlich, angereist sind nämlich die Staatschefs von mehr oder weniger 120 Staaten dieser Erde. Sie verhelfen der Klimakonferenz zu einem weiteren Peak: nach dem Aufstieg aus den relativen Niederungen vor fast zwei Wochen mit zahlreichen Sherpas, gelangen die Delegierten jetzt auf das entscheidende Plateau, von dem aus der Gipfel schon in greifbarer Ferne auszumachen ist.
Ich weiß nicht, warum sich die internationale Konferenzdiplomatie seit jeher für ein Vokabular aus dem Bergsteigerwesen entschieden hat. Auf einem "Gipfel" haben wenige Platz, die meisten stehen unten und schauen, allerdings sind die oben hinterher die Helden - in dünner Luft. Ein "Runder Tisch" wäre als Symbol für das, was in Kopenhagen zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern zu verhandeln ist, vielleicht passender gewesen, aber vielleicht haben sie dort in Dänemark keine so großen Tische.
Wie auch immer, entscheidend ist, "was hinten raus kommt", wie Altkanzler Kohl so treffend zu sagen wusste. Mir steht es nicht an, darüber zu spekulieren, was nun rauskommen wird, zu komplex sind die Probleme, die es zu lösen gilt. Ich kann nur festhalten, dass die auf dem Gipfel verhandelten Fragen eine Relevanz bis in den letzten Winkel dieser Erde ausprägen. Globale Klimakrise, das ist es, worüber wir reden. Alle betrifft es, aber nicht in der gleichen Weise - zunächst. Lustige Vorstellungen sind im Umlauf: wenn die Erderwärmung zunimmt, kann es an der Nordsee Palmen und Sandstrand geben, wir sitzen dann cocktailschlürfend im Liegestuhl. Bebildert fand ich das in einer Illustrierten und es war eindeutig ironiefrei. Bangladesch kommt da schon gar nicht mehr vor, oder besser, es taucht gar nicht mehr auf. Die Nepalis haben sich eine witzige Form des Protestes einfallen lassen, sie tagten mit dem Kabinett in 5000 m Höhe, manche hatten Atemgeräte im Einsatz. Die Menschen im Sahel haben keine Zeit für lustige Einfälle, sie suchen verzweifelt nach Wasser, Nahrungsmittel und Brennholz und sind damit gut ausgelastet. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Klimawandel und Armut, das können Sie gerne in der Studie von ZEF und CARE (pdf zum Download) nachlesen.
Es gibt aber auch einen direkten Zusammenhang zwischen Verelendung und Verantwortung. Wer schon das ethische Moment einer Verpflichtung für den Nächsten, auch und gerade in seiner Notlage, aus z.B. neoliberalen Gründen nicht gelten lassen will, der sollte doch wenigstens dem ökonomischen Argument zugänglich sein, dass ein Zusammenbruch der Entwicklungsländer einen Absturz der gesamten Weltgemeinschaft nach sich ziehen wird. Um die abstürzenden Staaten des ehemaligen Ostblocks aufzufangen, hat man sinnigerweise die EU erweitert - ein Erfolgsmodell, bei allen Problemen. Ohne handfesten ökonomischen Interessenausgleich wird sich allerdings ohnehin nichts Gravierendes ändern. Die Sklaverei wurde auch nicht aus humanitären Gründen abgeschafft, sondern weil sie zu teuer wurde und England auf dem Rücken der Unterbindung der Sklaventransporte ein umfassendes Kontrollrecht auf den Weltmeeren durchsetzen konnte.
Also werden sie in Kopenhagen an der ökonomischen Schraube drehen müssen. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht, als sie in ihrer Rede auf die weltweite Kooperation im Zuge der Finanzkrise hinwies. Allerdings, je mehr Klimaschutz die Staaten vereinbaren, desto höher werden die Kosten. Deshalb sperren sich China und die USA, wollen nicht mehr einbringen als der jeweils andere und verlangen, dass auch große Schwellenländer ihren verbindlichen Beitrag leisten. Diesen durchaus auch taktischen Vorgehensweisen stehen die - berechtigten - Ängste etwa der kleinen Inselstaaten gegenüber, die ohne verpflichtende Zusagen um ihre bloße Existenz fürchten.
Das oft beschworene ökologische Gleichgewicht, es existiert in der Savanne bei den Big Five genauso wie im Weltmaßstab. Es nunmehr in ein ökonomisches Gleichgewicht überzuführen, das ist die Herausforderung des Gipfels.
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