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Klima retten im Selbstversuch

CARE-Geschäftsführer Anton Markmiller versucht parallel zum Klimagipfel seine CO2-Bilanz reduzieren. Ob's klappt?

Teil 5: Fleisches Lust ist Klimas Frust

Heute geht es ums Essen. Für viele ein Horror, was sie in fremden Gefilden an "Zumutungen" befürchten - für mich eine ungemein bereichernde Erfahrung.  Da sind zunächst die unterschiedlichen Gerichte, basierend auf uns oft völlig unbekannten Zutaten (Sie glauben gar nicht, was man alles essen kann). Grenzwertig wird es, wenn Schlangen, Raupen, Käfer oder Termitenköniginnen auf dem Teller liegen. Aber auch angebrütete Enteneier ("Am besten am 17. Tag, am 21. schlüpfen sie schon..." sagt mein Freund in Kambodscha) oder Stierhoden und Hammelaugen haben ihren Platz auf der Speisekarte, wenn ich in CARE-Angelegenheiten unterwegs bin.

Hat da jemand Fast-Food gesagt? Was Ihnen auf der Fahrt über die Jungas ins Tiefland von Bolivien oder auf den schwimmenden Märkten der Klongs in Bangkok angeboten wird, ist eine schnelle Küche. Effizient und (meistens) köstlich zubereitet, wenn Sie sich auf das Fremde einlassen. Unser Fast-Food-Begriff  bezieht sich jedoch auf die Kettenrestaurants, in denen fette Burger für zunehmend (Entschuldigung) fette Menschen verkauft werden. Zugegeben, die Hamburger-Brater sind sich ihrer Verantwortung zunehmend bewusst und sie lassen nicht mehr tropischen Regenwald abholzen, um Platz für Rinderherden zu schaffen. Treibhausgase produzieren die lieben Tierchen in nunmehr ökologisch angepassten Aufzuchtanstalten aber doch in zunehmendem Maße. Und um ihr Futter anzubauen und weiterzuverarbeiten, wird Dünger und Benzin benötigt. Ein großer Energieaufwand für unser täglich Fleisch.

Dem Schinken good-bye winken - das senkt den CO2-Fußabdruck!
Dem Schinken good-bye winken - das senkt den CO2-Fußabdruck!


Ein persönlicher Beitrag zum Klimaschutz fängt deshalb auf dem Teller an: Wenn wir alle unseren Fleischkonsum reduzieren, dann schont das die Umwelt. Bei der gestrigen CARE-Weihnachtsfeier gab es zwar auch Fleisch und Fisch. Aber ich habe mich auf das Salatbuffet und die Beilagen konzentriert. Gemüse aus der Region, kurze Transportwege, lecker!

Vom Fluch des Exportes

Unser Essverhalten birgt aber noch ein anderes Problem. Bereits vor vierzig Jahren haben Entwicklungsforscher darauf hingewiesen, dass die Produktion von landwirtschaftlichen Exportgütern vorwiegend in den fruchtbaren Regionen stattfinden, die die Bauern bisher für ihre Selbstversorgung nutzen konnten. Da ihnen so die guten Anbaumöglichkeiten verwehrt bleiben, ziehen sich die Menschen in weniger fruchtbare Landstriche zurück, wo sie ihre Familien nicht mehr ausreichend ernähren können. Das befördert die Landflucht, die Städte wachsen an, Nahrungsmittel müssen importiert werden, der Export muss gesteigert werden, ein Kreislauf kommt in Gang.

Auf dem Flug von Nairobi zum Flüchtlingslager Dadaab in Kenia kann man es sehen: riesige Gewächshäuser entlang der Flussläufe spiegeln kilometerweit das Licht, als seien es Teiche. Was drin wächst, ist demnächst in Europa auf dem Markt. Nicht nur Nahrungsmittel, auch die Rosen, die wir unseren Liebsten mitten im Winter gerne schenken. Der Transport als Klimakiller, der Export ein Entwicklungskiller. Keine gute Kombination.

 
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