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Menschen, die vom Ackerbau leben, verlieren bei Naturkatastrophen meist innerhalb von Sekunden ihre Existenzgrundlage. Den Bewohnern des Himalaya im nördlichen Pakistan hat das Erdbeben vom 8. Oktober letzten Jahres alle Anbauflächen genommen. Teile der ökologisch sehr fragilen Gegenden des höchsten Gebirges der Welt wurden zerstört und 90 Prozent der Gebäude fielen ineinander wie Kartenhäuser.
CARE International war eine der ersten Organisationen vor Ort und hat Zelte, Wasser und Decken verteilt. Seit einigen Monaten ist nun der Wiederaufbau in vollem Gange – und dazu gehört bei CARE auch der Wiederaufbau natürlicher Lebensräume. Mit 360.000 Bäumen, die CARE in den vergangenen Wochen im Allai-Tal gepflanzt hat, soll den Menschen nicht nur eine sicherere Umgebung durch befestigten Boden, sondern auch eine neue Einkommensquelle geschaffen werden.
Nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch eine Existenzgrundlage
Atfah Parvez vom CARE Team aus Pakistan erklärt das Prinzip: „Wir haben die Einwohner gefragt, was sie brauchen und die meisten antworteten, dass sie gerne Bäume hätten, um ihre Obstbäume zu ersetzen. Denn damit hätten sie nicht nur etwas zu essen, sondern auch Früchte, die sie auf dem Markt verkaufen können.“ Die Bäume haben jedoch noch einen weiteren Vorteil. „Durch die Pflanzung wird der Boden stabilisiert. Die fruchtbaren Bodenschichten auf der Oberfläche werden dadurch bei Regen nicht weggeschwemmt. Und, wenn die Bäume einmal ausgewachsen sind, haben die Einwohner neues Bau- und Heizmaterial“, so Atfah weiter.
Vor dem Erdbeben gefährdeten illegale Abholzung, Überanspruchung des Bodens und Überweidung die Umwelt des Allai-Tals. Das Erdbeben hat auf einen Schlag hunderttausende Bäume, die bislang die Erdhänge und den Boden festigten, gefällt. Die wenigen Bäume, die stehen blieben, haben die Bewohner zum Heizen verwendet, damit sie den Winter in den dünnen Zelten überleben konnten. Doch mit den warmen Frühlingsmonaten kam eine erneute Bedrohung: Erdrutsche. Ohne die Bäume hätten die Erdmassen an den Hängen der Himalayaberge widerstandslos ins Tal stürzen und die Zelte mit sich reißen können.
„Die Bäume geben den Menschen also nicht nur Sicherheit im Alltag, sondern auch eine Existenzgrundlage“, fasst Atfah die Aktion zusammen. „Damit sind sie nicht mehr abhängig von den Hilfslieferungen. Das ist eines der Prinzipien von CARE – den Menschen zu helfen, sich selbst zu helfen.“
CARE bereitet derzeit mit dem Forstministerium der pakistanischen Regierung die Pflanzung weiterer Bäume vor. Denn Wiederaufbau ist mehr als Häuser, Straßen und Brunnen. Eine neue Perspektive, für Menschen und Umwelt ist ein wichtiger Baustein zu einer sichereren Zukunft.
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