CARE-Mitarbeiterin Dr. Christine Harth berichtet aus Lima
Als am Mittwochabend hier in Peru die Erde bebte, erinnerten sich die meisten Menschen sofort an das fatale Beben im Jahr 1970. Mehr als 50.000 Menschen starben damals, über 600.000 Einwohner verloren ihr Zuhause. Das Erdbeben am Mittwoch hatte zum Glück weniger katastrophale Ausmaße. Dennoch starben auch diesmal Menschen – über 500, die Zahlen steigen noch immer – und 30.000 Einwohner sind seitdem obdachlos. Lima, die Hauptstadt Perus wurde glücklicherweise verschont. Zwar spürten die Bewohner die Schockwellen des Bebens unter ihren Füßen, doch die meisten Häuser hielten den Naturgewalten stand. Am schlimmsten traf es allerdings die ärmeren, ländlichen Regionen.
Kulturstätten, für immer zerstört
In der Kleinstadt Pisco, die viele Peru-Reisende wegen ihrer Sehenswürdigkeiten schätzen, sind fast alle Gebäude zerstört. Die kleinen Lehmhäuser fielen sofort in sich zusammen, eine zusammenstürzende Kirche begrub 50 Menschen unter sich. Das berühmte Pisco-Museum und viele der indigenen Kulturstätten sind unwiderruflich verloren – ein großer Verlust für Perus Geschichte. Die Panamerica, die Abenteuerroute Südamerikas, ist von langen Rissen durchzogen. An einigen Stellen bricht der Boden fast einen halben Meter ab. Das erschwert auch die Hilfslieferungen. Manche Orte können nur per Luftbrücke erreicht werden, sie sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Noch immer gibt es dort keinen Strom und die Bewohner harren ohne Trinkwasser, ohne Essen und Unterkunft aus. Und das bei winterlichen Nachttemperaturen.
CARE Deutschland hat direkt nach der Katastrophenmeldung 20.000 Euro Soforthilfe zugesagt. Die Mitarbeiter hier vor Ort verteilen rund um die Uhr Decken, Medikamente, Trinkwasser und Lebensmittel wie Tunfisch, Milch, Kekse. Auch haben sie Schubkarren, Taschenlampen, Kerzen und Streichhölzer bereitgestellt. Dabei konzentriert sich CARE vor allem auf die Regionen, die am isoliertesten und somit am wenigsten versorgt werden. Die peruanische Regierung hat CARE gebeten, Särge zu verteilen, damit die Menschen schnellstmöglich begraben werden können. So will CARE auch der Ausbreitung von Seuchen vorbeugen. Wichtige Tuberkulose- und AIDS-Medikamente, die Teil eines CARE-Projektes sind, konnten CARE-Helfer ebenfalls wieder direkt nach dem Beben verteilen. Menschen, die an AIDS erkrankt sind, müssen täglich die so genannten anti-retroviralen Tabletten einnehmen. Eine Pause von mehreren Tagen kann für ihre Gesundheit fatal sein.
Noch viele Tage nach dem großen Beben, durchzogen mehrere Nachbeben Peru. Auch ich musste einmal das Hotel verlassen, da sich die Erde schüttelte. Zum Glück waren die Nachbeben harmlos und unser Hotel blieb unberührt. Dennoch haben letzte Woche 30.000 Menschen all ihren Besitz und ihr zu Hause verloren. Ihnen gilt es jetzt dringend zu helfen.
20l Wasserkanister kostet in Peru 3 Euro.
1 Decke kostet 5 Euro.
1 Familienzelt (5-8 Personen) kostet 200 Euro.
Spenden Sie für die Opfer des schweren Erdbebens in Peru. Ihre Hilfe kommt an.
Stichwort: Soforthilfe Erdbeben Peru
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