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19.12.09

Ehrliches Scheitern der Kopenhagener Konferenz besser als fauler Kompromiss

Thomas Schwarz

Statement von CARE-Vorstandsvorsitzendem Heribert Scharrenbroich

Das dänische Wattenmeer: Einer von 100 Orten, die durch den Klimawandel bedroht sind. (Foto: Jochen D. Wijnands / Getty Images/ www.100places.com)

Das dänische Wattenmeer: einer von 100 Orten, die durch den Klimawandel bedroht sind. (Foto: Jochen D. Wijnands / Getty Images/ www.100places.com)

Bonn, 19. Dezember 2009. Der Vorsitzende von CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Staatssekretär a.D. Heribert Scharrenbroich, zum Konferenzabschluss von Kopenhagen:

"Die von der Klimakatastrophe besonders betroffenen Entwicklungsländer haben gut daran getan, dem gestern von 25 Staats- und Regierungschefs erarbeiteten Vorschlag nicht zuzustimmen, sondern das Papier nur mit Empörung zur Kenntnis zu nehmen", erklärte der Vorsitzende von CARE Deutschland-Luxemburg Heribert Scharrenbroich. Ein ehrliches Scheitern sei hilfreicher und zielführender als ein Verkleistern des Problems durch einen faulen Kompromiss. Das Scheitern solle als ein starkes Signal an die Regierungen und Bevölkerungen der Hauptverhinderer einer verantwortlichen Lösung, namentlich China, Indien, Japan und die USA verstanden werden.

"Den Entwicklungsländern kommt jetzt eine wichtige Rolle zu, China klar zu machen, dass es sein Ansehen als angeblicher Verteidiger afrikanischer Interessen bei Beibehaltung dieser Position verspiele." Der Konferenzverlauf führe zu berechtigter Hoffnung, dass die anderen Behinderer einer verantwortbaren Lösung einlenkten, wenn China eine kontrollierbare konstruktive Klimapolitik betreibe. Auch dürften die Industrieländer nicht die Augen davor verschließen, dass die in dem Kompromisspapier anvisierten Ziele völlig unzureichend seien, um die Menschenleben und Staaten zu retten, die bei einer verantwortlichen Politik gerettet werden könnten.

"Die desaströsen Auswirkungen des Klimawandels auf die Ärmsten der Armen können effektiv nur bekämpft werden", so Scharrenbroich, "wenn man sich  mit dem 2-Grad-Ziel nicht zufrieden gibt, sondern sich zum Ziel setzt, die Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 Grad zu beschränken. Um das zu erreichen, muss der CO-2 Ausstoß bis 2020 um 40% gegenüber 1990 reduziert werden. Eine Reduzierung um 20% ist völlig unzureichend." Bis zu der für den Sommer geplanten Minister-Konferenz müssten die Hauptverhinderer einer verantwortlichen Lösung jetzt innerhalb der G-20-Gruppe und in bilateralen Gesprächen unter Druck gesetzt werden, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Dabei kämen der EU und dem Ansehen, das Bundeskanzlerin Merkel in dieser Frage erreicht haben, eine wichtige Rolle zu.

Scharrenbroich forderte außerdem  die Industriestaaten auf, jetzt schon einen verbindlichen Fahrplan aufzustellen, wie, mit welchen Beträgen und von wem den Entwicklungsländern ab 2010 geholfen wird, den jetzt schon katastrophalen Schäden des Klimawandels zu begegnen. "Das darf nicht von verbindlichen Beschlüssen zur CO-2 Reduktion abhängig gemacht werden, denn die Hilfe muss jetzt beginnen, da die Schäden schon längst offenkundig sind."


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