Schnellfinder Projekte
Schnellfinder Service

08.07.09

Roger Willemsen zurück aus dem krisengeschüttelten Nepal

Christina Ihle

Der Autor und Publizist machte sich ein Bild von der schwierigen politischen Lage vor Ort und ruft gemeinsam mit CARE Deutschland-Luxemburg zu mehr Unterstützung für die im Elend lebenden ethnischen Minderheiten im Himalaja-Staat auf

In den Straßen von Kathmandu: Roger Willemsen mit CARE-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Jamann (Foto: CARE/Ihle)

In den Straßen von Kathmandu: Roger Willemsen mit CARE-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Jamann (Foto: CARE/Ihle)

Auf seiner Reise durch das krisengeschüttelte Nepal traf Roger Willemsen Vertreter der Maoisten und führenden konservativen Parteien und machte sich ein Bild von den gewaltsamen Ausschreitungen im Land. Als Folge des Rücktritts von Premierminister und Maoist Pushpa Kamal Dahal im Mai leidet Nepal derzeit unter den größten politischen und sozialen Unruhen seit Ende des Bürgerkriegs 2006. Generalstreiks und Straßenblockaden verhindern die Versorgung der Menschen in abgelegenen Landesteilen mit dringend benötigten Nahrungsmitteln und bringen das wirtschaftliche Leben zum Erliegen.

„Die politische Lage ist zerrissen“, sagt Roger Willemsen. „Die Maoisten verspielten in neun Monaten Regierungszeit viel Kredit. Die jetzige Regierung scheint versessen, die Macht gegen die wieder erstarkenden Maoisten zu verteidigen. Doch im Volk ist das Vertrauen in beide Regierungsanwärter gering. Die Folge: Straßensperren, Überfälle, Verschleppungen, auch Morde werden zu politischen Instrumenten und machen das vom Tourismus abhängige Land unsicher. Die Fremden bleiben weg, und so werden erneut die Armen erste Opfer der politischen Lage. Gerade in dieser Situation ist nachhaltige Arbeit wie die von CARE Deutschland-Luxemburg Überlebenshilfe.“

Roger Willemsen besuchte zudem die Camps tibetischer Flüchtlinge. Er wanderte – Monsun, Hitze und Erdrutschen zum Trotz – in die abgelegenen Siedlungen des Bergvolkes der Chepang und sprach mit den Bewohnern über die Zukunft ihres vom Aussterben bedrohten Volkes. Die Chepang gehören zu den ärmsten und am stärksten marginalisierten Volkgruppen Nepals. Einst lebten sie gut vom Jagen, Fischen, Wurzel- und Wildhonigsammeln. Heute kämpfen sie um das Überleben. Nur wenige der etwa 52.500 in Nepal lebenden Chepang besitzen eine Staatsangehörigkeit und damit das Recht, Land oder Güter zu erwerben, um sich ein alternatives Einkommen aufzubauen. Nur sieben Prozent von ihnen erreicht das 60. Lebensjahr, die wenigsten sind alphabetisiert.

„Menschen muss das Recht eingeräumt werden, dass das Land, in dem sie geboren wurden, diese Geburt zumindest dokumentarisch beglaubigt“, sagt Roger Willemsen. „Ohne Papiere, ohne Anerkennung ihres Status, ohne Staatsbürgerschaft selbst für in Nepal Geborene sind die ethnischen Minderheiten Nepals in einer wahrhaft verzweifelten Lage: Sie können das Land nicht verlassen, dürfen keinen Beruf ergreifen, kein Land bestellen, nicht einmal ein Fahrzeug erwerben. Während die Chepang um ihre Lebensgrundlagen und die Anerkennung ihrer Staatsangehörigkeit gebracht werden und ohne Landrecht gänzlich neue Existenzgründungen versuchen müssen, bleibt tibetischen Flüchtlingen in Nepal fast jede Möglichkeit einer solchen verwehrt. Ich möchte mich persönlich immer wieder einsetzen, um auf diese Lage aufmerksam zu machen.“

CARE engagiert sich in 69 Ländern für die Überwindung von Armut, Hunger und Krankheit. In Nepal unterstützt CARE seit 1978 ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen wie die Chepang durch Lobby- und Friedensarbeit, den Bau von Schulen, Trinkwassersystemen sowie durch Aus- und Fortbildungen in neuen Anbaumethoden und Einkommenszweigen wie der Bienen- und Pilzzucht, Näh- und Handwerkskunst.

ACHTUNG REDAKTIONEN

Roger Willemsen steht für Interviews zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
NOA-NOA Fernsehproduktion GmbH
Christine Stahlschmidt
Adickesstraße 7
22607 Hamburg
Tel.: 040 - 31 46 05
Email: cs[at]noa-noa.de

 
Für Pressefotos von der Reise und Rückfragen steht Ihnen unsere Pressestelle zur Verfügung:

Thomas Schwarz                       
Pressesprecher                           
Tel:     0228 / 975 63 23             
Mobil:  0160 / 745 93 61             
Fax:    0228 / 975 63 53              
Mail:   schwarz[at]care.de              

Sandra Bulling
stellvertretende Pressesprecherin
Tel:     0228 / 975 63 46
Mobil:  0151 / 126 27 123
Fax:    0228 / 975 63 53
Mail:   bulling[at]care.de

CARE engagiert sich mit über 14.000 meist lokalen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in 69 Ländern für die Überwindung von Armut, Hunger und Krankheit. CARE blickt auf 60 Jahre Erfahrung im Bereich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und hilft unabhängig von politischer Anschauung, religiösem Bekenntnis oder ethnischer Herkunft. Für seine sorgfältige Verwendung von Spendengeldern trägt CARE Deutschland-Luxemburg das DZI-Spendensiegel und wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) mit dem ersten Platz des Transparenzpreises 2008 ausgezeichnet.

 



In Verbindung stehende News:

 Unter den Honigsammlern   (07.07.09)

 "Es sind die Details, die ein Land einzigartig machen"  (03.07.09)


Nach oben

 
Hier online spenden!

Spendenkonto

CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sparkasse KölnBonn
Kontonummer: 4 40 40
Bankleitzahl: 370 501 98

CARE eNews abonnieren
Abschicken!

1 €

pro Tag reicht, damit ein Kind im Flüchtlingslager in Afrika überlebt.

» Jetzt spenden

Kontakt

 Presseabteilung

 Transparenzpreis 2008

Externer Link, öffnet in neuem Fenster Der CARE-Blog

 Jahresbericht 2008

 
Share |

 

© Copyright 2009 CARE Deutschland-Luxemburg e.V.