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06.07.09

G8-Gipfel: CARE fordert stärkere Beteiligung und Mitsprache für Entwicklungsländer

Thomas Schwarz

Scharrenbroich: Partnerschaft bedeutet mehr als nur ein paar zusätzliche Stühle am Verhandlungstisch

Bonn, 06. Juli 2009. Vor dem G8-Gipfel im italienischen L’Aquila mit den Schwerpunktthemen Neue Finanzordnung, Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit weist der Vorstandsvorsitzende von CARE Deutschland-Luxemburg, Heribert Scharrenbroich, auf eine ausgeprägte Perspektivlosigkeit von über einer Milliarde Menschen weltweit hin.

Scharrenbroich verwies in einer Stellungnahme in Bonn auf aktuelle UN-Schätzungen, wonach die Zahl der Hungernden weltweit erstmals die Milliardenmarke überschritten habe. „Eine Milliarde hungernde Menschen - diese unvorstellbare Zahl sollte den Verantwortlichen für die Finanzkrise den Schlaf rauben.“ Es könne und dürfe nicht hingenommen werden, dass Kinder in einer Welt groß werden, in der sie nichts anderes kennen als Hunger.

Eine gerechtere Verteilung von Reichtum und Verantwortung sei möglich und notwendig: „ Die Regierenden wissen, was zu tun ist. Sie müssen nun auch den Mut dazu aufbringen und eine Charta für nachhaltiges, soziales ökologisches Wirtschaften auf den Weg bringen“, fordert Scharrenbroich. Die Bundeskanzlerin habe in ihrer Regierungserklärung zum G8-Gipfel richtig festgestellt, dass bestehende Probleme nicht von den Industriestaaten alleine gelöst werden können. Das Bekenntnis zur G20, also zur Einbindung von Schwellen- und Entwicklungsländern, sei zwar als richtiger Schritt zu werten, über den aber bereits viel zu lange nur geredet werde. Scharrenbroich: „Partnerschaft bedeutet mehr als nur ein paar zusätzliche Stühle am Verhandlungstisch.“ Oft werde eines vergessen: „Wir brauchen das Wissen, die Erfahrung und die Mitwirkung der Länder des Südens in allen Bereichen. Sie sind ein bedeutender Teil der Lösung. Und korruptionsfreies gutes Regierungshandeln weltweit ist eine ebenso wichtige Voraussetzung bei der Bekämpfung von Hunger und Armut. Industrienationen und Schwellenländer müssen ein deutliches Zeichen setzen, dass beide Seiten im Welthandel ökologische und soziale Mindeststandards weltweit durchsetzen wollen.“

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