Land/Region: Russland/Kysyl, Tywa
Kurzbeschreibung: Schulische Förderung von gehörlosen Kindern im Osten Sibiriens
Finanziert durch: CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Lokaler Partner: Spezialschule für Kinder und Jugendliche mit Schädigungen des Gehörs in Kysyl
In der Republik Tywa im Osten Sibiriens sind 33 Prozent der Bevölkerung Kinder. Die meisten von ihnen leben in ärmlichen Verhältnissen. Industrie und Infrastruktur in Tywa sind nur schwach entwickelt, die weiten Distanzen, die gebirgige Landschaft und das extreme Klima bedeuten für viele Menschen Armut und Arbeitslosigkeit. Insbesondere für Menschen mit Behinderungen gibt es häufig nicht genügend Förderung. In Tywa stieg die Zahl von Kindern mit Gehörschäden in den letzten Jahren stark an. Oft wissen die Eltern nicht, wie sie ihren Kindern helfen können. Weil spezielle Schulen zu weit entfernt sind und es an Schul- und Berufsbildungsangeboten mangelt, werden die Kinder nur selten gefördert und können sich so mit der „sprechenden“ Welt nicht verständigen. Das bedeutet für sie letztlich eine Leben abseits der Gesellschaft ohne Chance auf Teilnahme.
In Kysyl, der Hauptstadt der Republik Tywa, wurde für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche eine Sonderschule errichtet. Hier bekommen Schüler der Klassen eins bis elf eine Schulbildung, die ihre weiteren Berufschancen und eine Integration in die Gesellschaft erleichtern soll. Durch den Einsatz technischer Hilfsmittel wie Tonverstärker wird ihnen die Verständigung erleichtert. Die hierfür ausgebildeten Lehrkräfte helfen den Kindern, die Chancen für eine Berufsausbildung zu nutzen. CARE bereitet die Schüler darauf vor, nach der Schule ein Studium oder eine Ausbildung aufzunehmen. Geplant ist vor allem, den Jugendlichen Berufe wie Bäcker, Tischler, Schuhmacher oder Gebärdensprachdolmetscher zu ermöglichen. Durch die Errichtung der Schule wurde für die Kinder bereits viel erreicht. Sie können sich besser in die Gesellschaft integrieren, erhalten mehr Verständnis von ihren Mitmenschen und eine Perspektive für ihre Zukunft. Allerdings ist die technische Ausstattung noch unzureichend, es gibt nicht genügend Lautverstärkungsanlagen und nur für ein paar Kinder stehen Hörkabinen zur Verfügung. Durch veraltete oder gar kaputte Technik wird die Unterrichtsarbeit – und so der Bildungserfolg der Kinder – gefährdet.
Interview mit Jürgen Bartels, CARE-Projektreferent für die Russische Förderation.