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Armut hat viele Gesichter. Eines davon ist Tuberkulose. In der Russischen Föderation sterben an dieser eigentlich heilbaren Krankheit immer noch jährlich viele Menschen, weil sie sich Medikamente nicht leisten können. Nirgendwo erkranken mehr Menschen an der Lungeninfektion als in der ostsibirischen Republik Tywa, die weit abgelegen und schwierig zu versorgen ist. Den Kranken, vor allem Kindern, fehlt es oft an Nahrungsmitteln, warmer Kleidung und angemessener medizinischer Betreuung. Zu wenig Aufmerksamkeit wird jedoch nicht nur den Patienten, sondern auch dem medizinischen Personal geschenkt. Häufig erkranken auch sie durch den unmittelbaren Patientenkontakt, Gesundheitsschutz wurde bisher nur wenig beachtet. Die Mitarbeiter sind gesundheitlich besonders gefährdet und der Übertragung von Infektionen ausgesetzt.
CARE engagiert sich seit Jahren für tuberkulosekranke Kinder und Erwachsene in Tywa und konnte die Ansteckungsraten bereits erheblich reduzieren. Die häufigen Erkrankungen von Mitarbeitern zeigen aber, dass diese nicht ausreichend geschützt sind. CARE setzt sich deshalb dafür ein, aufzuklären und die notwendige Schutzkleidung und -gerätschaft bereitzustellen. Da das Gesundheitsministerium der Republik erforderliche Schutzmasken oder Beatmungsgeräte nicht finanzieren kann, hat CARE diese Lücke geschlossen. Eine Mehrzahl der Mitarbeiter bleibt so vor Erkrankungen geschützt und kann die Patienten weiterhin betreuen. Insgesamt 90 Mitarbeitern, die sowohl in der Kinder- als auch in der Erwachsenenabteilung des Krankenhauses arbeiten, kommen die Hilfsmaßnahmen bereits zugute.
Interview mit Jürgen Bartels, CARE-Projektreferent für die Russische Förderation.
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