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Land/Region: Russland/Nowosibirsk, Sibirien
Kurzbeschreibung: Unterstützung von älteren Menschen im Alltag
Finanziert durch: CARE Deutschland-Luxemburg
Laufzeit: 2007 - 2010
Auf einer Fläche, die größer ist als Deutschland, Belgien und die Niederlande zusammen, leben im sibirischen Nowosibirsk gerade einmal so viele Menschen wie in München. Für viele ältere Menschen bedeutet das lange, anstrengende Wege und dass sie in ihrem Alltag auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen sind. Aufgrund der weiten Entfernungen können sie sich oft nur mit dem Allernötigsten versorgen, Lieferungen kommen nur selten in die abgelegenen Dörfer. Oft haben die Senioren keine Verwandten mehr, oder diese wohnen zu weit entfernt. Ein weiteres Problem ist, dass viele der älteren Menschen weit unter dem Existenzminimum leben. Häufig haben sie ihr ganzes Leben in der Landwirtschaft gearbeitet und erhalten doch nur eine spärliche Rente von weniger als 90 Euro im Monat.
CARE arbeitet mit Sozialarbeitern zusammen, die den älteren Menschen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen. Sie unterstützen sie bei Arbeiten im Haushalt, erledigen Einkäufe, bereiten Mahlzeiten zu und versorgen die Senioren mit Wasser. Nicht jede Wohnung in Nowosibirsk verfügt über Wasserleitungen, der Weg zu den Supermärkten ist lang, das Wasser schwer zu tragen. Die alten Menschen erhalten auch Kleidung, Medikamente, Bettwäsche und Hygieneartikel, die ihnen ein Leben in Würde ermöglichen. Durch die Hilfe von CARE können die Senioren in ihren Dörfern bleiben und müssen durch einen Umzug in ein Altersheim nicht ihre gewohnte Umgebung und ihre Freunde verlassen.
CARE-Projektreferent Jürgen Bartels berichtet von seinem Kontakt mit den älteren Menschen in Sibirien
"Es ist überwältigend, wie viele Reaktionen ich seit Beginn der Tätigkeit in Russland in den letzten Jahrzehnten auf unsere Arbeit bekommen habe. Viele der älteren Menschen, denen wir seit ein paar Jahren bei ihrem alltäglichen Leben helfen, haben mir rührende und zu Herzen gehende Briefe geschrieben.
Die Geschichten, die sie mir von ihrem Leben erzählen, gleichen sich meistens. Viele von ihnen sind in Kinderheimen aufgewachsen, sind unverheiratet und kinderlos, leiden unter starken körperlichen Gebrechen. Sie haben ihr Leben lang hart gearbeitet, konnten aber kaum etwas zur Seite legen. Die niedrige Rente, die sie erhalten, reicht gerade so zum Überleben.
Ihr Dank, für die Hilfe von CARE, ihre Freude über die auch kleinsten Dinge, die ihr Leben erleichtern, ist kaum zu beschreiben. Die meisten der alten Leute haben entweder ihren Sozialarbeiter, Nachbarn oder Verwandte gebeten, den Brief an CARE für sie zu schreiben. Die wenigsten von ihnen können aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung selbst lesen und schreiben. Vielen von ihnen fällt es gar nicht so leicht einfach, Hilfe anzunehmen. Trotzdem verlieren sie ihre Hoffnung auf bessere Zeiten und ihren Mut nicht. Und vor allem schämen sie sich nicht, ihre Dankbarkeit zu zeigen.
Die Gastfreundschaft, die sie mir anbieten, ist überwältigend grandios. Obwohl sie selbst kaum etwas besitzen, möchten sie das wenige, das sie haben, mit mir teilen. Sie laden mich in ihre Häuser ein, möchten für mich kochen und mit mir reden."
Interview mit Jürgen Bartels, CARE-Projektreferent für die Russische Förderation.
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