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Land/Region: Tadschikistan, Distrikt Varzob
Kurzbeschreibung: Förderung der Produktion, Produktivität und Vermarktung von Agrarprodukten; einkommensschaffende Maßnahmen außerhalb der Landwirtschaft; Stärkung der Zivilgesellschaft
Lokale Partner: CARE Tadschikistan
Laufzeit: Dezember 2003 bis Dezember 2006
1991 löste sich Tadschikistan von der Sowjetunion. Bürgerkrieg und Wirtschaftskollaps nahmen der ohnehin armen Bevölkerung auch das Wenige, was sie noch besaß. Seit 1997 gibt es ein Friedensabkommen, doch bis heute gilt Tadschikistan als ärmstes Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).
Zu Zeiten der UdSSR war Tadschikistan Hauptproduzent von Baumwolle, die in Monokulturen für das Riesenreich angebaut wurde. Traditionelle Formen der Landwirtschaft sah die rigorose Planwirtschaft nicht vor, der Ernährungssektor wurde zugunsten von Bildung und Infrastruktur vernachlässigt. Die Lebensmittelproduktion sank auf ein Minimum.
Zusätzlich geschwächt durch mehrere Dürrejahre in Folge erntet die zentralasiatische Republik heute gerade einmal 40 Prozent des Eigenbedarfs an Getreide aus eigener Kraft. 30 Prozent aller tadschikischen Kinder können sich körperlich und geistig nicht richtig entwickeln, weil sie an Mangelernährung leiden. Acht von zehn Schwangeren gelten als anämisch (blutarm), jede zehnte sogar als akut unterernährt.
Das Projektgebiet, der Distrikt Varzob, liegt zwar in relativer Nähe zur Hauptstadt Dushanbe, ist aber durch seine landschaftliche Beschaffenheit stark benachteiligt. Einige Projektdörfer sind während des Winters fünf bis sechs Monate nicht zu erreichen. Diese Abgeschiedenheit, aber auch das weitgehende Fehlen einer lebendigen Zivilgesellschaft, die zur Selbsthilfe und effektiven Eigenorganisation der Bauern beiträgt, erschwert Entwicklungsmaßnahmen.
Seit 1996 unterstützt CARE in Tadschikistan Entwicklungsprogramme, die aus verarmten Landarbeitern eigenverantwortlich handelnde Bauern machen. Die Fortschritte sind beachtlich: Eine neue Kartoffelsorte wurde eingeführt, die auf den kargen Böden des Landes besonders gut gedeiht. Kartoffel- und Weizenerträge wuchsen auf das zwei- bis dreifache, der Handel mit Grundnahrungsmitteln auf lokalen Märkten der Region wurde belebt.
Die Erfolge im Leninski-Bezirk ermutigten CARE, die Unterstützung auf Landwirte in anderen Gebieten auszuweiten. Auch das aktuelle Projekt im Distrikt Varzob soll helfen, den Hunger der ländlichen Bevölkerung langfristig zu besiegen. Das auf drei Jahre angelegte Programm umfasst Maßnahmen in drei aufeinander abgestimmten Bereichen:
1. CARE hilft, die landwirtschaftliche Produktion und Produktivität zu erhöhen. Vorratshaltung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte werden verbessert, natürliche Ressourcen durch Verringerung von Bodenerosion geschützt.
2. Kleinkredite, Ausbildung, Beratung und optimierte Vermarktung von Agrarprodukten sollen auch Einkommen fördern, die nicht direkt aus bäuerlicher Arbeit stammen, und so die wirtschaftlichen Existenzgrundlagen ländlicher Familien nachhaltig verbreitern.
3. Damit die Bevölkerung im Distrikt Varzob künftig in der Lage ist, ihr Recht auf Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen, stärkt das Projekt lokale Kapazitäten zur eigenständigen Planung und Umsetzung von Entwicklungsmaßnahmen. Dieses „capacity building“ durch Gründung und Beratung von Organisationen, die in den Gemeinden fest verwurzelt sind (Community Based Organisations = CBO), leistet einen wichtigen Beitrag zum Aufbau funktionierender Zivilgesellschaften.
Direkt begünstigt werden etwa 12.000 Menschen in 1.600 Haushalten, die in vielen Fällen von Frauen geführt werden. Insbesondere die Maßnahmen zur Unterstützung lokaler Organisationen werden ganzen Gemeinden und Kommunen zugute kommen, so dass alle 56.000 Einwohner Varzobs indirekt von dem Projekt profitieren.
Zur Finanzierung des Langzeitprojektes "Varzob Highlands Food Security and Capacity Building" muss CARE rund 178.000 € aus Spenden aufbringen. Bitte helfen Sie!

Sabine Dier
Projektreferentin Asien
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