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Wasseraufbereitung – einfach und effektiv

Beispiel einer Flasch für die Wasseraufbereitung.
SWS-Flasche

Zusammen mit dem Zentrum für Krankheitskontrolle und der Weltgesundheitsorganisation hat CARE bereits in den neunziger Jahren eine einfache und effektive Methode entwickelt, Zugang zu sauberem Trinkwasser nach Naturkatastrophen zu schaffen. Das Safe-Water-System (System zur Aufbereitung von sauberem Wasser, SWS) besteht aus drei Elementen: einer kleinen Flasche mit konzentriertem Natriumhypochlorid, das das Wasser desinfiziert; einem wieder verwendbaren, verschließbaren Behälter; einer Nutzungsanleitung. Das System wurde mehrfach von verschiedenen Organisationen im Einsatz getestet und reduziert die Durchfallerkrankungen auf Grund von verschmutztem Trinkwasser um die Hälfte.

Safe-Water-Systems im Gepäck

Eine Bewohnerin des Camps Bakoi trägt einen Eimer Wasser nach Hause.
Eine Bewohnerin des Camps Bakoi trägt einen Eimer Wasser nach Hause. Neben der Instandsetzung von Latrinen, Brunnen und sanitären Einrichtungen liefert CARE mit acht Tankwagen Trinkwasser für die Bewohner von Banda Aceh und Aceh Besar.

Als Dr. Endang Widyastuti von der Flutwelle in Südostasien hörte, arbeitete sie gerade in einem CARE-Projekt in Ost-Timor. Die Vereinten Nationen haben die Leiterin der Gesundheitsabteilung von CARE Indonesien sofort als Mitglied eines der ersten Untersuchungsteams nach Banda Aceh zurückgerufen. Im Gepäck hatte sie die Safe-Water-System-Flaschen, die eigentlich für ein Projekt in Ost-Timor bestimmt waren. Dank ihrer Initiative waren die Überlebenden bereits 72 Stunden nach dem Auftreffen des Tsunami an der Küste Indonesiens in der Lage, Trinkwasser selbstständig und sicher zu filtern. Während der letzten zwölf Monate hat CARE mehr als eine Million der kleinen weißen, bunt etikettierten Flaschen mit der sauberen Lösung verteilt.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass dank der schnellen Verfügbarkeit und der effizienten Anwendung des Safe-Water-Systems Krankheiten und Seuchen verhindert wurden“, sagt Sundeep Gupta, ein Mitarbeiter des Zentrums für Seuchenprävention. „Die Acehnesen haben schnell die Bedeutung des SWS und die Anleitung für die Benutzung durch CARE-Schulungen verstanden.“

 

Wasser trinkbar machen und Kapazitäten ausbilden

Abbildung von Reni während einem Lehrgang.
Reni (viele Acehnesen haben nur einen Namen) lehrt die Bewohner der Notunterkünfte den richtigen Umgang mit SWS. Sie hat ein Zusatztraining von CARE absolviert und wird bald in umliegende Dörfer fahren, um dort über Hygienestandards zu informieren und den Ausbruch von Krankheiten zu kontrollieren. Foto: CARE

CARE Mitarbeiter haben einige der Überlebenden des Tsunami dazu ausgebildet, die Anwendung des Safe-Water-Systems den Einwohnern Banda Acehs zu erklären. Diese Trainer fahren auch in weit abgelegene Gebiete der Insel, um die Menschen auf Gesundheitsvorsorge und Seuchenprävention aufmerksam zu machen. Mittlerweile sind viele von ihnen als kommunale Gesundheitsberater angestellt. In ihrer neuen Rolle untersuchen sie die Bewohner auf Symptome von epidemischen Krankheiten, verteilen Entbindungspakete und -informationen an werdende Mütter und lehren Techniken zum richtigen Händewaschen und zur Wasseraufbereitung.

„Der Ansatz, Betroffene auszubilden, sie in den Aufbau zu integrieren und damit eine neue Perspektive zu geben, ist wirksam und nachhaltig – sowohl für die Trainer als auch für den Wiederaufbau des öffentlichen Gesundheitssystems“, so Dr. Endang Widyastuti über das Engagement von CARE International.

Licht spürt Bakterien auf

Abbildung von Herr Kalumang bei ultraviolettem Licht.
Alfarius Kalumang scannt Wasserproben, um so gefährliche Bakterien zu entdecken. Foto: CARE

Mit ultraviolettem Licht scannt Alfarius Kalumang, Mitarbeiter des Gesundheitsteams von CARE Indonesien in Banda Aceh eine Wasserprobe. Er sucht nach Krankheitserregern. Bis September 2004 hatten Kalumang und seine Teamkollegen mehr als 1.000 Proben auf Kolibakterien getestet – Bakterien die sich in verunreinigtem Wasser aufhalten und Darmkrankheiten hervorrufen.

Das Team sammelt Proben aus den Wassertanks, in denen die Bewohner der Insel ihr Trinkwasser aufbewahren. Das Ergebnis ist alarmierend: Mehr als die Hälfte aller Proben wiesen gefährlich hohe Mengen an Bakterien auf. Bei der Verschmutzung spielten verunreinigte Brunnen, überfüllte Notunterkünfte und unversiegelte Wasserbehälter eine Rolle.

„Die Tests zeigen nicht nur die Wasserverschmutzung auf, sie helfen uns auch, die Leute davon zu überzeugen, ihr Wasser zu reinigen und das Safe-Water-System anzuwenden“, sagt Kalumang. „Sobald wir den Bewohnern die Ergebnisse gezeigt haben, sind sie sehr daran interessiert, ihr Verhalten zu ändern und ihr Wasser zu filtern.“

Ein Jahr nach dem Tsunami – erinnern, reflektieren, engagieren

Die Arbeit von CARE in Zahlen

Aktion Deutschland Hilft: Schnelle und koordinierte Nothilfe

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