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Land/Region: Osttschad
Kurzbeschreibung: Verteilung von Saatgut, Werkzeugen und energieeffizienten Öfen in Flüchtlingslagern und angrenzenden Dorfgemeinschaften
Lokaler Partner: CARE Tschad
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Laufzeit: 06/2007 - 03/2008
Der Tschad gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung der rund zehn Millionen Einwohner liegt laut der UN bei knapp 44 Jahren, und nicht einmal jeder Zehnte hat Zugang zu sanitären Einrichtungen. Ein Großteil des Landes ist vom Wüstenklima geprägt, deshalb sind Landwirtschaft und Viehhaltung besonders schwierig. Auch der Zugang zu medizinischer Versorgung und Schulbildung ist für die Menschen im Tschad oft unerreichbar. Hinzu kommen zwei große humanitäre Krisen an der östlichen und südlichen Grenze des Landes.
Im Südtschad werden in verschiedenen Flüchtlingslagern etwa 50.000 Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik versorgt. Noch dramatischer ist die Lage im Südosten und Osten des Landes. Hier sind mehr als 140.000 Tschader selbst sowie 230.000 sudanesische Flüchtlinge aus der benachbarten Krisenregion Darfur auf internationale Hilfe angewiesen. Um den Zugang zu wertvollem Wasser, Feuerholz und Weideland brechen immer häufiger Konflikte zwischen den Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung aus. Frauen und Mädchen sind von der Gewalt besonders betroffen.
Das Projekt richtet sich zum einen an 500 Haushalte in den drei Flüchtlingslagern Iridimi, Touloum und Am Nabak im Osten des Landes, an der Grenze zum Sudan. CARE Deutschland-Luxemburg verteilt Saatgut wie Hirse, Bohnen und Erdnüsse, um die landwirtschaftliche Produktion zu fördern. Damit das Saatgut richtig eingesetzt wird, werden Werkzeuge verteilt und Workshops durchgeführt. CARE achtet darauf, besonders die weibliche Bevölkerung in diese Maßnahmen mit einzubeziehen.
Zum anderen werden in benachbarten Dörfern Energie sparende Öfen an 1.500 Hauhalte verteilt. Die Flüchtlingslager selbst haben solche Öfen bereits vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen erhalten. Das CARE-Projekt richtet sich ergänzend dazu an die umliegenden Dörfer, die zunehmend unter der wachsenden Bevölkerung und den knappen Ressourcen leiden.
Mit der Nutzung der Öfen soll der starke Verbrauch von Feuerholz eingedämmt werden, der bereits zu Erosionen und Wüstenbildung in den Gebieten um die Flüchtlingslager geführt hat. Die Öfen verbrauchen im Vergleich zu herkömmlichen Geräten rund 80 Prozent weniger Holz.
Mit einem Kilogramm Holz können so bis zu 50 Menschen ernährt werden. Die Bevölkerung wird außerdem darüber informiert, wie sie mit den verfügbaren Ressourcen nachhaltig wirtschaften kann. CARE sieht darin eine Chance, Energie zu sparen und die Rohstoffe zu schützen. Das Projekt hilft somit, das sensible Ökosystem zu schützen und die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Angesichts der kommenden Regenzeit hat CARE außerdem 3.000 Plastikplanen an Menschen im südlichen Tschad verteilt, deren Strohhütten den Wassermassen ohne Schutz nicht standhalten können.
Projektreport von Sharon Blumenthal: "Auch Flüchtlinge haben das Recht auf ein Leben in Würde"
Videos aus Tschad, August 2007

Charlotte Look
look[at]care.de
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