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Auch zwei Jahrzehnte nach der Auflösung Jugoslawiens, zahlreichen Konflikten, Bürgerkriegen und sozialen Umwälzungen sind ethnische Spannungen und Misstrauen unter den einzelnen Bevölkerungsgruppen auf dem Balkan immer noch spürbar. Der Frieden in Südosteuropa ist alles andere als selbstverständlich.
CARE arbeitet seit 1993 auf dem Balkan, seit 2010 ist CARE Deutschland-Luxemburg für die Länderbüros in Bosnien, Serbien und im Kosovo verantwortlich. Zunächst galt es, humanitäre Hilfe für Kriegsopfer und Flüchtlinge zu leisten. Heute liegt der Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit: Wirtschaftliche Entwicklung schwacher Regionen, Friedens- und Versöhnungsarbeit, Integration von Minderheiten und Perspektiven für junge Menschen. Dabei fördert CARE besonders Frauen und Mädchen, deren Position in den Gesellschaften des Balkans nicht selbstverständlich gleichberechtigt ist.
Die Wunden der ehemaligen Kriegsgegner auf dem Balkan sind bis heute nicht verheilt. Mitrovica, eine mittelgroße Stadt im Norden des Kosovo, ist seit vielen Jahren geteilt. CARE unterstützt auf beiden Seiten der Stadt lokale Organisationen, die über die Herausgabe eines gemeinsamen Magazins eine neue Brücke zwischen den Kulturen schlagen wollen. In der Region um Srebrenica in Bosnien hingegen fördert CARE Friedensarbeit und den Dialog. In öffentlichen Veranstaltungen und Diskussionsforen wird der Bürgerkrieg aufgearbeitet.
Sinti und Roma sind die wirtschaftlich ärmste Minderheit in Europa. Hohe Arbeitslosigkeit, geringe Lebenserwartung, Armut und mangelnde Bildung bestimmen ihr Leben, Diskriminierung ist ihr tägliches Los. CARE unterstützt sie in Bosnien, Serbien und im Kosovo dabei, ihre Lebensumstände zu verbessern. Zudem hilft CARE Frauenorganisationen dabei, die Benachteiligung von Frauen innerhalb der Roma-Gemeinschaften zu überwinden.
Außerhalb der Städte ist die Landwirtschaft eine der wichtigsten Einnahmequellen im Balkan. CARE unterstützt Landwirte dabei, Produktionstechniken zu verbessern und neue Vertriebssysteme zu schaffen. Außerdem schafft CARE alternative Einkommensmöglichkeiten und fördert etwa ländlichen Tourismus.
Die Bevölkerung Serbiens, Bosniens und des Kosovo ist im Durchschnitt jünger als im Rest Europas: Mehr als die Hälfte zählt kaum mehr als 26 Jahre. Aus Mangel an Perspektiven und Ausbildung rutschen viele Jugendliche in die Kriminalität ab, auch Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weit verbreitet. Um die jungen Menschen für die Zukunft zu wappnen, hat CARE in Bosnien, Serbien und im Kosovo die „Young Men Initiative“ gegründet. Über 8.000 Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren werden hier von jungen Männern im Alter zwischen 22 und 30 betreut. Neben gemeinsamen Sportaktivitäten nehmen sie an Workshops teil, in denen sie Themen wie Geschlechterrollen, Gewalt und Sexualkunde besprechen.
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