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CARE fordert von EU-Gipfel: „Lösungen finden, Abschottung von Flüchtlingen stoppen“

EU-Politiker müssen auf der heute startenden Sitzung des Europäischen Rates Lösungen für die Flüchtlingspolitik finden und weitere Bootsunglücke verhindern, fordert die Hilfsorganisation CARE.

Zusammen mit fünf weiteren internationalen Hilfsorganisationen appelliert CARE an europäische Politiker schnellstmöglich Friedensgespräche im Syrienkonflikt wiederaufzunehmen, Umsiedlung von Flüchtlingen voranzutreiben und Alternativen zu den Todesrouten über das Mittelmeer zu bieten. Die EU-Mitglieder hätten sich bislang vor allem auf die Abwehr von Flüchtlingen und Migranten vor ihren Küsten konzentriert: „Europäische Politik macht es für verzweifelte Flüchtlinge fast unmöglich, sicher Asyl zu suchen“, so Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland-Luxemburg. „Wenn weiterhin Abschottung und die Zerstörung von Schmugglerbooten im Vordergrund stehen, werden auch in Zukunft tausende Menschen auf der verzweifelten Suche nach Sicherheit ihr Leben verlieren.“

Mit fast 60 Millionen sind weltweit mehr Menschen vor Krieg und Verfolgung auf der Flucht als jemals zuvor. In der ersten Jahreshälfte hat sich zugleich die Zahl der Menschen, die Europa über das Mittelmeer erreichen möchten, um 114 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Vor allem der Konflikt in Syrien hat die globale Flüchtlingskrise massiv verschärft. Alleine in Syrien benötigen mehr als 12 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe und vier Millionen Menschen sind bereits in benachbarte Länder geflohen. Nur 6 Prozent der syrischen Flüchtlinge haben in Europa Zuflucht gesucht. Bisher sind weniger als ein Viertel der nötigen Gelder für die andauernde Syriennothilfe bereitgestellt worden. Schutz und Lebensbedingungen für Flüchtlinge in der Region haben sich gravierend verschlechtert. Friedensverhandlungen, um den Konflikt zu lösen, wurden bisher nicht wieder aufgenommen.

„Politiker in Europa und auf der ganzen Welt müssen ihre diplomatischen Bestrebungen verstärken und einen politischen Prozess in die Wege leiten, um diesen Krieg zu beenden“, so CARE-Chef Zentel. „Und es müssen mehr Gelder bereitgestellt werden, um Flüchtlingen in bitterer Not zu helfen.“

Die Nachbarländer Syriens zeigen seit Beginn des Konfliktes überragende Gastfreundschaft und Unterstützung für die Geflohenen. Doch über vier Jahre nach Beginn des Konfliktes sind ihre Kapazitäten jedoch an die Grenzen gestoßen. Im Libanon leben im Verhältnis so viele Syrer, als wenn etwa die USA alle Einwohner Deutschlands aufgenommen hätten – jeder vierte Bewohner im Libanon ist Flüchtling aus Syrien. „Europa muss die Verantwortung für den Schutz von Flüchtlingen und Migranten mit den Nachbarländern Syriens teilen und mehr Solidarität zeigen“, so Zentel. „Es müssen legale Wege geschaffen werden, die EU zu erreichen, damit Menschen nicht weiterhin ihr Leben riskieren müssen.“

International wurde die Meldung unterzeichnet von: Norwegian Refugee Council, CARE International, Un ponte per …, Médecins du monde Grèce, Refugee Council, Coordination SUD.

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