Zerstoerte Gebaeude in Aleppo.

Erster Corona-Fall in Syrien

Coronavirus trifft auf eine zerstörte Gesundheitsinfrastruktur im Bürgerkriegsland Syrien / Verheerende Folgen bei Ausbruch befürchtet / CARE verstärkt präventive Hilfsmaßnahmen

Amman/Berlin, 24. März 2020. Nach dem ersten bestätigten Fall von COVID-19 in Syrien zeigt sich die internationale Hilfsorganisation CARE zutiefst besorgt. Die Gesundheit und das Leben von über drei Millionen Menschen im Nordwesten Syriens sind in Gefahr, mehr als die Hälfte dieser Menschen leben als Vertriebene in überfüllten Camps. 

Durch kaum vorhandene medizinische Testmöglichkeiten droht ein möglicher Ausbruch einer Epidemie unentdeckt zu bleiben. In Flüchtlingscamps, die mit Überfüllung, mangelnder Hygiene und einer fragilen Gesundheitsinfrastruktur kämpfen, könnte sich das Virus besonders schnell verbreiten. 

„Nach neun Jahren bewaffnetem Konflikt liegt Syrien in Trümmern. Viele Krankenhäuser und Gesundheitszentren sind zerstört“, sagt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. „Selbst für hochentwickelte Industrieländer wie Deutschland ist es schwierig, angemessen auf das Virus zu reagieren.“

Durch die Entscheidung der türkischen Regierung, den Export medizinischer Artikel wie Schutzmasken und Handschuhe zu verbieten, fehlen der syrischen Bevölkerung wichtige Hilfsmittel, um sich geeignet gegen die Corona-Pandemie zu wappnen. Auch Desinfektionsmittel ist kaum verfügbar. Syrische Partnerorganisationen von CARE berichten von zahlreichen Personen im Nordwesten Syriens mit Symptomen, die auf einen bereits erfolgten Ausbruch von COVID-19 hindeuten. Diese Fälle können jedoch ohne Tests nicht von medizinischem Personal eindeutig bestimmt werden.

„Breitet sich das Coronavirus in Syrien weiter aus, werden die ohnehin schon knappen Hilfsgüter und eingeschränkten Dienstleistungen an die Grenze ihrer Kapazitäten gelangen. Pandemien kennen keine Grenzen und erfordern globales Verantwortungsbewusstsein, um sie zu bewältigen. Wir müssen schnell und geeint handeln, indem wir die Präventivmaßnahmen sowie den Zugang zu medizinischer Versorgung verstärken. Nur so kann Syrien noch mehr Leid erspart und eine weitere humanitäre Katastrophe abgewendet werden“, so Zentel.

Die Hilfe von CARE: 

Als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus hat CARE ein Programm zur COVID-19-Prävention gestartet, das unter anderem die Verteilung von Hygiene-Artikeln und Informationsmaterial, verstärkte Lieferung von sauberem Wasser und sanitäre Einrichtungen umfasst. 

Für die Fortsetzung von Nothilfe weltweit und die Präventionsarbeit gegen die Corona-Pandemie bittet CARE um Spenden:

Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE93 3705 0198 0000 0440 40
BIC: COLSDE33
www.care.de/online-spenden

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