20160125 CARE Fluechtlinge auf dem Balkan von Kälte und Menschenhandel bedroht

CARE: Flüchtlinge auf dem Balkan von Kälte und Menschenhandel bedroht

CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel vor Ort: „Flüchtlinge werden ausgeraubt und misshandelt“

Belgrad/ Serbien, 25. Januar 2016: Beißende Winde und frostige Temperaturen von bis zu minus zehn Grad Celsius gefährden die Gesundheit der Flüchtlinge, die über den Westbalkan reisen. Durch die Zunahme krimineller Aktivitäten wie Menschenhandel und -schmuggel sind die bereits sehr erschöpften Menschen stark gefährdet, Opfer von Misshandlung und Gewalt zu werden.

„Menschen kommen hier in der Kälte mit dünnen Pullovern und unzureichendem Schuhwerk an den Registrierungspunkten an“, berichtet Karl-Otto Zentel, der derzeit die Hilfsaktionen von CARE in Serbien und Kroatien besucht. „Die Menschen benötigen dringend warme Decken, Kleidung, festes Schuhwerk und sichere Unterkünfte. Die Grenze zwischen Leben und Tod ist schmal. Wir müssen sicherstellen, dass sie unter diesen harten Winterbedingungen nicht überschritten wird.“

Offiziellen Angaben zufolge überqueren täglich etwa 3.000 Menschen die serbische Grenze. Obwohl diese Zahl im Vergleich zu Höchstwerten von 6.600 im November gesunken ist, bleibt der humanitäre Bedarf weiterhin groß.

CARE beobachtet die erhebliche Zunahme des Menschenhandels in der Region mit Beunruhigung. „Es gibt unzählige Geschichten von Flüchtlingen, die während ihrer Flucht ausgeraubt, misshandelt oder schwer verletzt wurden. Sie zeigen den Helfern Wunden und Narben, die von schweren Misshandlungen zeugen“, berichtet Karl-Otto Zentel. „Besonders besorgt sind wir um die Sicherheit von Frauen und Mädchen. Sobald sie ihr Leben in die Hände von Schmugglern und Menschenhändlern geben, sind sie diesen schutzlos ausgeliefert. Sie werden nicht selten Opfer von sexualisierter Gewalt, Misshandlung oder anderen Formen von Gewalt.“

CARE fordert die Schaffung von legalen und sicheren Wegen, auf denen Flüchtlinge Asyl beantragen können, ohne die Verletzung ihrer Menschenrechte zu riskieren. Zurzeit werden an allen Grenzen in der Region lediglich Menschen mit syrischer, irakischer oder afghanischer Staatsangehörigkeit eingelassen. „Das stellt eine Verletzung des individuellen Menschenrechts auf Asyl dar. Es muss gewährleistet werden, dass jeder Fall die Prüfung erhält, die ihm zusteht.

CARE arbeitet in Serbien und Kroatien mit lokalen Partnerorganisationen, die über ein breites Netzwerk von Freiwilligen rund um die Uhr bei den Ankunftsstationen von Flüchtlingen Hilfe leisten. Um die Menschen vor der Kälte zu schützen, verteilt CARE sowohl Winterpakete mit Mützen, Handschuhen, Schuhen und Jacken als auch klassische Hilfspakete, die Nahrung, Getränke und Hygieneartikel speziell für Frauen enthalten. Bis zu diesem Tag konnten unsere Helfer rund 33.000 CARE-Pakete verteilen. In den folgenden Monaten plant CARE 150.000 Menschen zu erreichen.

ACHTUNG REDAKTIONEN: CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel ist bis Mittwoch in Serbien und Kroatien und steht für Interviews zur Verfügung.

CARE bittet um Spenden für Flüchtlinge auf dem Balkan:

CARE Deutschland-Luxemburg e.V. 
Sparkasse KölnBonn 
Konto: 4 40 40 | BLZ: 370 50 198 
IBAN: DE93 3705 0198 0000 0440 40 
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Für Rückfragen steht Ihnen die Pressestelle gern zur Verfügung: 

Sabine Wilke
Pressesprecherin
Tel:       +49 228 / 975 63 46
Mobil:    +49 151 / 147 805 98
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Mail:      taprogge[at]care.de

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