Eine weiße CARE-Flagge vor grauem Himmel.

CARE warnt: Naturkatastrophen wie Fani oder Idai sind Schuldenfallen für arme Länder

Verursacher des Klimawandels müssen mehr beitragen, um Folgeschäden zu lindern und Prävention zu sichern

Bonn, 02. Mai 2019. Während sich Zyklon Fani mit rasender Geschwindigkeit auf Indien und Bangladesch zubewegt, weist die Hilfsorganisation CARE auf die Zunahme der Häufigkeit und Heftigkeit von Naturkatastrophen hin. Diese werfen arme Regionen immer wieder in ihrer Entwicklung zurück und schaffen eine Schuldenfalle. Mosambik, das als das sechstärmste Land der Welt gilt, erhielt vergangene Woche vom Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Kredit von 105 Millionen Euro für den Wiederaufbau. Obwohl dies großzügig erscheint, bleibt es ein Kredit, der zurückgezahlt werden muss.

„Die meisten Menschen in Mosambik verdienen nicht viel mehr als einen Euro am Tag. Nur ein knappes Drittel der Bevölkerung hat Zugang zu Strom. Dieses arme Land zahlt also für ein Problem, das es selbst nicht verursacht hat. Wir müssen dringend zu einem fairen Ausgleich kommen, um die Folgen des Klimawandels zu bekämpfen, ohne dabei eine Schuldenfalle für ärmere Länder zu produzieren“, kommentiert Sven Harmeling, CARE-Klimaexperte.

Harmeling weiter:  „Die Ärmsten der Armen leiden direkt und unmittelbar unter den massiven klimatischen Veränderungen. Sie selbst tragen dabei am wenigsten zum CO2-Ausstoß bei.“
CARE fordert die Industrienationen dazu auf, ihren finanziellen Verpflichtungen im Rahmen des globalen Klimavertrags nachzukommen und deutlich mehr in Klimaanpassung und Prävention in ärmeren Weltregionen zu investieren. Zudem sollten Hilfen für Regionen, die von klimabedingten Katastrophen heimgesucht werden, nicht in Form von Darlehen ausgegeben werden. „Alles andere ist himmelschreiend ungerecht und nimmt die Verursacher aus der Pflicht, während die Leidtragenden zur Kasse gebeten werden“, so der CARE-Experte.

Achtung Redaktionen: CARE-Klimaexperte Sven Harmeling steht für Interviews bereit.

Unter folgendem Link finden Sie zudem Fotos und Videos aus der Region Cabo Delgado, die jüngst von Wirbelsturm Kenneth getroffen wurde.

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Stefan Brand
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