CARE zum Abschluss der UN-Klimakonferenz in Bonn: „Nach moderaten Fortschritten nun stärkerer politischer Wille notwendig“

Fortschritte in den Bereichen Landwirtschaft und Gender / CARE fordert stärkeren politischen Willen zur Erhöhung der Klimaschutzbemühungen

Bonn, 17. November 2017. Trotz guter Fortschritte in einigen Bereichen wie Landwirtschaft und Geschlechtergerechtigkeit, zeigen anhaltende Spannungen zwischen einigen Entwicklungs- und Industrieländern, dass der globale Klimavertrag deutlich stärkere Führung und politischen Willen benötigt. Das ist das Fazit, das die Hilfsorganisation CARE nach zwei Wochen zum Ende der Klimakonferenz zieht.  

Obwohl mit Fidschi erstmal ein kleiner Inselstaat den Vorsitz der Klimakonferenz innehatte, sind die Ergebnisse in Bereichen, die die ärmsten und am meisten betroffenen Weltregionen betreffen, hinter den Möglichkeiten zurückgeblieben. Die Beschlüsse zum sogenannten „Talanoa-Dialog“ könnten in 2018 allerdings dazu beitragen, dass bei der nächsten Klimakonferenz COP24 im Klimaschutz noch deutliche Fortschritte gemacht werden.

Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator von CARE, zu den Ergebnissen im Einzelnen:

Zur Emissionsreduzierung: „Neue Studien zeigen, dass die Lücke zwischen dem notwendigen Klimaschutz und den bisher vorgelegten Plänen nach wie vor stark auseinander klafft. Der in Bonn auf den Weg gebrachte ‚Talanoa-Dialog‘ muss nun dazu führen, dass alle Länder in 2018 dabei zusammenarbeiten, ihre Klimaschutzbemühungen in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen. Dies gilt gerade auch für Deutschland, das beim Klimaschutz deutlich zurückzufallen droht.“

 Zu Fragen der Landwirtschaft: „Nach Jahren der Uneinigkeit begrüßt CARE die positiven Ergebnisse in der Landwirtschaft. Wir freuen uns besonders, dass sich die Vertragsparteien auf Ernährungssicherheit und soziale Dynamik konzentrieren und die Agraragenda in die Umsetzung bringen werden. Die Länder im südlichen Afrika handeln bereits und die Ergebnisse aus Bonn helfen dabei, Ansätze zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Lebensmittelproduzenten und Frauen zu entwickeln.“

Zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter: „Die Verabschiedung des ersten Gender-Aktionsplans unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Regierungen haben ihre Bereitschaft gezeigt, die Verpflichtung des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, geschlechtergerechte Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen und den Beitrag der Frauen zur Klimaschutzentscheidung zu erhöhen. CARE wird genau beobachten, ob die Länder ihre Zusagen einhalten und wir fordern diese nachdrücklich auf, die Aktivitäten des Gender-Aktionsplans zu finanzieren.“

Zur Klimafinanzierung: „In Bonn standen insbesondere die Industrieländer eines Einstiegs in die Diskussion über die Einführung von innovativen Finanzierungsmaßnahmen, wie der Besteuerung von CO2-Verschmutzern, im Wege. Sie könnten eine zusätzliche Ressource für den Umgang mit den vom Klimawandel verursachten Schäden und Verlusten in Entwicklungsländern sein. Durch diese Untätigkeit erhöht sich der Druck auf die reichen Länder: Sie müssen sich mit der Frage der Schadensfinanzierung befassen und Unterstützung für präventive Anpassungsmaßnahmen einholen. Wir erwarten, dass der eintägige Klimagipfel am 12. Dezember in Paris den verpassten Fortschritt in Bonn nachholt.“

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