Allgemeines Vorschaubild - verschiedene Zeitungen

CARE zum Ausgang der Weltklimakonferenz

Verschmutzerstaaten werden ihrer Verantwortung nicht gerecht / Konferenzergebnisse erfordern deutlich stärkeres Handeln der Regierungen als Antwort auf die Klimakrise

Bonn/Kattowitz, 15. Dezember. Am späten Samstagnachmittag fand die UN-Klimakonferenz COP24 im polnischen Kattowitz ihren Abschluss. Am Ende nahmen die teilnehmenden Länder ein umfangreiches Paket an Entscheidungen an, die insbesondere ein Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Klimavertrages von 2015, Regeln zur finanziellen Unterstützung für Entwicklungsländer und weitere Arbeit zum Klimaschutz, auf Grundlage des IPCC-Sonderberichtes zur Erderwärmung von 1,5 °C, beinhalten. Die Ergebnisse entsprechen zwar den verfahrensmäßigen Erwartungen an die Konferenz, welche in einem schwierigen weltpolitischen Umfeld stattfand, sind jedoch unzureichend, um der Klimakrise entschlossen zu begegnen und die besonders betroffene Bevölkerung in Entwicklungsländern, insbesondere Frauen und Mädchen, zu schützen.

Zu den Ergebnissen äußert sich Sven Harmeling, Klimaexperte von CARE:
„Getrieben von kurzsichtigen Interessen, drängten auf der COP24 einige mächtige Länder darauf, die ehrgeizige Grenze der Erderwärmung von 1,5 °C quasi abzuschaffen und die alarmierenden Ergebnisse des IPCC-Sonderberichtes über schädliche Klimaauswirkungen zu ignorieren. Das ist besonders bedauerlich, da die am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder, die Zivilgesellschaft und Menschen an vielen Orten weltweit einen engagierten Kampf für mehr Klimagerechtigkeit geführt haben. Immerhin haben die Regierungen aber die Verabschiedung eines wichtigen Regelwerks zur weiteren Umsetzung des Pariser Abkommens vereinbart. Allerdings braucht es jetzt viel schnellere und stärkere Klimaschutzmaßnahmen auf nationaler Ebene, auch in Deutschland, und die Unterstützung der armen Länder beim Aufbau ihrer Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel.“

Sven Harmeling zur Klimafinanzierung für Entwicklungsländer:
„Deutschland hat mit seinen finanziellen Zusagen zu zwei UN-Klimafonds bei der Konferenz positive Impulse gesetzt. Das Fehlen konkreter Sofortmaßnahmen zur Einhaltung der Klimaziele warf allerdings einen Schatten darauf. Besonders von den Klimafolgen betroffene Entwicklungsländer mussten hart dafür kämpfen, dass das Thema Klimaschäden die notwendige Beachtung bei der Überprüfung des globalen Klimaschutzes findet. Schlupflöcher in den Regeln für die künftige Klimafinanzierung ermöglichen es Industrieländern leider, ihre Beiträge im erheblichen Maße schönzurechnen.”

Der UN-Generalsekretär hat für einen Klimagipfel der Staats- und Regierungschefs im September 2019 eingeladen. Nach dem insgesamt unzureichenden Ergebnis der COP24 fordert CARE die Länder nachdrücklich auf, ihre nationalen Klimaschutzpläne bis 2020 zu verbessern. Dies gilt auch für Deutschland und die EU, wo mit dem deutschen Klimaschutzgesetz und EU-Entscheidungen zu einem höheren Klimaschutzziel 2019 wichtige Weichen gestellt werden können.

Achtung Redaktionen: CARE-Klimaexperte Sven Harmeling steht für Interviews zur Verfügung.

Medienkontakt
Daniel Al-Ayoubi
Tel.: 0228 97563-23
Mail: ayoubi(at)care.de

 

nach oben