CARE zum Gesetz des Familiennachzugs: „Das Recht auf Familie ist kein Gnadenrecht“

Die Hilfsorganisation CARE kritisiert das heute im Bundestag beschlossene Gesetz zur Neuregelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten scharf.

Bonn, 15. Juni 2018. Die Hilfsorganisation CARE kritisiert das heute im Bundestag beschlossene Gesetz zur Neuregelung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten scharf.

„Was einige Parteien als verantwortungsvollen Kompromiss bezeichnen, ist in Wahrheit eine unmenschliche Entscheidung. Gerade für muslimische Flüchtlinge ist es eine zusätzliche Härte, dass gerade heute, wenn Muslime weltweit das Ende des Ramadans im Kreise ihrer Familien feiern,  ein Gesetz verabschiedet wird, das weiterhin tausende Familien trennt. Das Recht auf Familie darf kein Gnadenrecht sein“, betont CARE Deutschland-Generalsekretär Karl-Otto Zentel.

Die heutige Entscheidung im Bundestag erweckt den Eindruck, dass politische Entscheidungsträger bewusst ignorieren, dass hinter jedem sogenannten „Fall“ ein menschliches Schicksal steht, eine Familie, die nicht zusammen kommen darf.
Anstatt auf gute politische Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration hinzuarbeiten, bedeutet die heutige Entscheidung für unzählige Familien weiterhin physische Trennung und anhaltende Unsicherheit. Dabei wäre es mit den vorhandenen Ressourcen Deutschlands absolut umsetzbar, allen aktuell unter subsidiärem Schutz stehenden Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Familien in Sicherheit nach Deutschland zu holen.

Medienkontakt:
Stefan Brand
Medienreferent
Tel: +49 228 / 975 63 42
Mobil: +49 170 / 74 48 600
Mail: brand(at)care.de

nach oben