CARE zur Dürre am Horn von Afrika: „Eine erneute Hungersnot muss verhindert werden“

15 Millionen Menschen betroffen / 680.000 Schwangere und stillende Mütter benötigen dringend Überlebenshilfe

Bonn/Nairobi, 14. Februar 2017. 15 Millionen Menschen am Horn von Afrika sind von einer schweren Hungerskrise bedroht, die sich in einigen Gebieten Somalias sogar zur höchsten Alarmstufe, einer Hungersnot, ausweiten könnte, warnt die Hilfsorganisation CARE. „Wir sehen ähnliche Warnsignale wie 2011, als mehr als 260.000 Menschen während der damaligen Hungersnot in Somalia starben. Auch damals haben humanitäre Organisationen Monate vorher gewarnt, dass alle Zeichen auf eine Katastrophe hindeuten. Jetzt darf auf gar keinen Fall wieder erst gewartet werden, bis uns die Bilder sterbender Kinder erreichen“, so Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland-Luxemburg.

In Kenia, Somalia und Äthiopien waren die Dürreperioden der letzten beiden Jahre aufgrund des Wetterphänomens El Nino besonders heftig. Regenzeiten fielen aus, Ernten wurden vernichtet. „Unsere Teams berichten, dass sich in Gegenden wie Sool und Sanaag in Somalia Tierkadaver auf den Straßen stapeln. Viele Familien essen nur noch eine Mahlzeit am Tag“, so Zentel. Informationen von CARE zeigen, dass Familien für ihr Vieh weniger als ein Viertel des üblichen Preises erhalten, während die Ausgaben für Wasser und Nahrungsmittel sich zum Teil verfünffacht haben. „Familien berichten uns, dass sie all ihr Vieh und Einkommen verloren haben. Mütter haben jetzt akute Angst, dass ihre unterernährten Kinder verhungern werden“, so Zentel.

 CARE mahnt vor allem die Situation von 680.000 Schwangeren und stillenden Mütter an. Mangelernährung während der Schwangerschaft und den ersten beiden Lebensjahren kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit und Entwicklung des Kindes haben: „Frauen sind von der Dürre und Nahrungskrise am stärksten betroffen. Sie essen häufig als letztes, um ihre eigenen Kinder oder ältere Familienangehörige zu versorgen“, warnt CARE-Generalsekretär Zentel. Auch seien sie in Somalia diejenigen, die für das Hüten der Tiere und das Wasserholen zuständig sind. Aufgrund der Dürre legen sie zur nächsten Wasserstelle immer weitere Distanzen zurück und sind dabei auch sexueller Gewalt ausgesetzt.

 In den letzten Jahren haben Regierungen und Hilfsorganisationen unter Hochdruck daran gearbeitet, Somalia auf immer wiederkehrende Naturkatastrophen vorzubereiten. „Die aktuelle Dürre ist die schwerste seit vielen Jahren. Sie macht viele Entwicklungserfolge zunichte. Wenn es in den kommenden Monaten nicht regnet, droht Somalia eine Hungersnot. Wir brauchen jetzt die finanziellen Mittel, um das zu verhindern“, warnt Zentel.

So hilft CARE:

CARE Somalia hat bisher 259.000 Menschen mit Nothilfemaßnahmen unterstützt: Sauberes Wasser, Bargeld- und Nahrungsmittelhilfe sowie Schutzmaßnahmen für Frauen und Mädchen. CARE wird in den kommenden Monaten weitere 350.000 Menschen aus Somalia mit humanitärer Hilfe unterstützen. In Äthiopien hat CARE über eine Million Menschen mit Hilfsmaßnahmen wie  Wasser, Nahrung, Saatgut und Bargeldhilfe erreicht.

 

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