Haende unter einem fließenden Wasserstrahl.

Corona - Mit Hoffnung und Mut gegen die Pandemie

Im Umgang mit Krankheitsausbrüchen machen sich die langjährige Erfahrung und erprobte Maßnahmen von CARE bezahlt.

Die aktuelle Lage rund um COVID-19 ist beängstigend. Wir wissen nicht, welche langfristigen Auswirkungen die Pandemie auf uns und unsere Arbeit hat. Wir wissen auch nicht, wie lange die Situation so bleibt. Eines aber wissen wir: Es gibt Hoffnung! CARE reagiert seit Jahrzehnten auf Epidemien in den ärmsten Ländern und den komplexesten Krisen weltweit. Wichtig ist jetzt Zusammenhalt und Zusammenarbeit.

Zwischen 2015 und 2019 hat CARE 57 Projekte in 20 Ländern weltweit durchgeführt, die die Verbreitung von Infektionskrankheiten und Epidemien wie Ebola, Cholera und Zika stoppen sollten. Mit diesen Projekten wurden neun Millionen Menschen direkt erreicht, indirekt sogar 16,7 Millionen. Wir wissen daher, dass die Situation sich verbessern kann und wir haben erprobte Maßnahmen, um auf den aktuellen Ausbruch von COVID-19 zu reagieren.

Was haben wir mit unseren Projekten erreicht?
 

-    Menschen beigebracht, sich selbst zu schützen: Durch ein Ebola-Projekt in Sierra Leone war es 80 Prozent der Teilnehmenden möglich, die Ursachen für die Krankheit besser einzuschätzen. So war es dann auch um 12 Prozent wahrscheinlicher, dass sie wussten, wie sie eine Infektion vermeiden können.
In einem Projekt zu Zika in Ecuador und Peru nutzten am Ende bis zu 98 Prozent der Menschen Schutzmaßnahmen, um sich gegen eine Ansteckung zu schützen.

-    Mehr Menschen waschen sich die Hände: Das gründliche Waschen der Hände ist stets ein wichtiger Schritt, um sich vor Infektionen zu schützen. Das gilt in Deutschland genauso wie etwa im Jemen, nur ist das Wissen darüber nicht gleich verteilt. Trotzdem war es im Jemen nach Durchführung eines unserer Projekte 2,6 Mal wahrscheinlicher, dass sich Familien zum Selbstschutz gegen Cholera die Hände waschen.
Den gleichen Effekt erzielten wir in Sierra Leone beim Schutz vor Ebola.

-    Familien können sich besser ernähren: Während der Durchführung des Ebola-Projektes in Sierra Leone nahmen 84 Prozent der Menschen mehr Mahlzeiten am Tag zu sich, was ihr Immunsystem spürbar stärkte. Das gilt natürlich auch außerhalb von Krisenzeiten, aber gerade beim Eindämmen von Krankheiten achten wir darauf, dass die Menschen in unseren Projekten ausreichend Nährstoffe zu sich nehmen.

-    Gesundheitssysteme wurden stärker: Im Jemen haben durch ein Hilfsprojekt fast 30.000 Menschen gesundheitliche Versorgung von medizinischem Fachpersonal erhalten.
In Sierra Leone haben sich nationalen Versorgungsketten für lebenswichtige Medikamente verbessert, sodass Gesundheitseinrichtungen nun z.B. fünf Mal eher dazu in der Lage waren, Schwangere vor der Geburt mit wichtigen Medikamenten zu versorgen. Außerdem ist es um 58 Prozent wahrscheinlicher, dass das nötige Equipment und Material für sichere Geburten bereitsteht.
Im Schnitt haben 73 Prozent der lokalen Behörden in Ecuador und Peru zusätzliches Geld dafür budgetiert, Zika zu vermeiden, zu beobachten und notfalls schnell zu reagieren.

Wie haben wir das geschafft?
 

-    Aufbau von Notfall-Alarmsystemen: Alle Projekte arbeiteten mit nationalen und lokalen Regierungen sowie Gemeindevorstehern zusammen. Ihnen wurde beigebracht, welche wichtigen Botschaften bei Ausbruch von Krankheiten schnell an die Bevölkerung ausgegeben werden sollten, um einen effektiven Selbstschutz der Menschen zu ermöglichen. Vermittelt werden konnten solche Botschaften z.B. mit Radiosendungen, Theaterstücken, Postern, T-Shirts und über Hotlines lokaler Gesundheitseinrichtungen.

-    Vernetzung von Gesundheitseinrichtungen und Gemeinden: Die meisten Projekte arbeiteten mit einem Netzwerk aus lokalen Freiwilligen, die als Bindeglied zwischen Gesundheitseinrichtungen und Gemeinden agierten. Sie teilten Gesundheitstipps aus den medizinischen Einrichtungen mit ihren Gemeinden und informierten wiederum das medizinische Personal, wenn in den Gemeinden Bedarf an weiterer Unterstützung aufkam.
Eine wichtige Erkenntnis aus dem Zika-Projekt in Ecuador und Peru war dabei, dass die Freiwilligen für ihre Zeit und Arbeit bezahlt werden sollten – um einerseits langfristiges Engagement zu ermöglichen, und andererseits, um Familien in solch schweren Zeiten finanziell zu unterstützen.

-    Ein Fokus auf die Lieferketten: Im „Epidemic Control and Reinforcement of Health Services (ECRHS)“-Programm in Sierra Leone führten Freiwillige aus den Gemeinden Inventuren in den Gesundheitseinrichtungen durch. Das medizinische Personal wurde damit entlastet und gleichzeitig wurde rechtzeitig erfasst, an welchen Medikamenten es zeitnah mangeln würde, sodass rechtzeitig nachbestellt werden konnte. Bei diesem Vorgang wurde auf größtmögliche Transparenz geachtet.  

-    Gender im Blick: Der Faktor Gender spielt in all unseren Projekten eine große Rolle. CARE ist es immer wichtig, dass in unseren Projekten ein besonderer Fokus auf Mädchen und Frauen gelegt wird, da sie in Krisenzeiten besonders anfällig für diverse Gefahren sind. Deshalb nutzen wir verschiedene Mechanismen, wie etwa unseren Gender-Marker, um das Thema Gender in allen Bereichen eines Projektes - von der Planung, über die Ausführung, bis hin zur Auswertung - im Blick zu behalten.
 

Die aktuelle Situation um COVID-19 macht vielen Menschen Angst - und das nicht zu Unrecht. Doch es ist wichtig, auch in diesen Zeiten nicht jene aus dem Blick zu verlieren, die zusätzlich unter Hunger, Naturkatastrophen oder bewaffneten Konflikten leiden. Ausbrüche von Krankheiten verschlimmern ihre oft schon dramatischen Situationen ungemein.
CARE steht diesen Menschen weiter zur Seite und setzt auf erprobte Maßnahmen und langjährige Erfahrung.

Wir freuen uns dabei über Ihre Unterstützung!

 

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