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Dadaab: 5 Fakten über das weltgrößte Flüchtlingscamp

Mehr als 275.000 Flüchtlinge leben in Dadaab, dem größten Flüchtlingscamp der Welt. Hier gibt’s das Wichtigste in Kürze.

1.    Dadaab ist eigentlich eine Kleinstadt

Dadaab wurde 1991 gegründet, als Menschen aus dem Bürgerkriegsland Somalia die Grenze nach Kenia überquerten. Ursprünglich angelegt für etwa 90.000 Schutzsuchende, beherbergte das Camp im Jahr 2011, als eine der schlimmsten je aufgezeichneten Dürren Ostafrika traf, über 460.000 Menschen. Heute leben 275.000 Flüchtlinge in den fünf Camps von Dadaab, davon kommen etwa 95 Prozent der Menschen aus Somalia, zu weiteren Herkunftsländern gehören der Südsudan, Eritrea, Äthiopien, Burundi und Uganda. Jedes der Camps ist in verschiedene Blöcke aufgeteilt, je nach Nationalität ihrer Bewohner. In den beiden größten Camps, Hagadera und Dagahaley, wohnen knapp 150.000 Menschen. Die anderen drei Camps heißen Ifo, Ifo II und Kambioos. Ifo II und Kambioos sind die jüngsten der fünf Camps, sie wurden 2011 errichtet. Jedes Camp verfügt über einen Markt, auf dem Flüchtlinge zusätzlich zu ihren monatlichen Essensrationen Früchte, Kleidung, Handys oder andere Alltagsgegenstände kaufen können.

 

2.    Flüchtlinge verlassen sich nicht nur auf Hilfe, sie verdienen ihr eigenes Geld

Zu Beginn eines jeden Monats erhalten Flüchtlinge ihre monatliche Essensration, neben Hirse und Mais sind etwa auch elektronische Handy-Gutscheine für den Kauf von Lebensmitteln enthalten. Mit diesen Gutscheinen, genannt „Bamba Chakula“, kaufen Flüchtlinge auf dem Markt Obst oder Gemüse und können so selbst entscheiden, was sie essen wollen. Die meisten Marktstände werden von Flüchtlingen geführt. Sie verdienen ihr eigenes Geld, um ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen. Aber eine Arbeitsstelle auf dem Markt ist nicht ihre einzige Einkommensmöglichkeit, auch Hilfsorganisationen stellen Flüchtlinge ein.

CARE hat etwa die Leitung von täglichen Aufgaben im Camp an Flüchtlinge übergegeben. Mit Unterstützung der Europäischen Union (ECHO) schult CARE Bewohner des Camps in administrativen und technischen Aufgaben, wie etwa der Wartung von Wasserpumpen oder der Beratung von anderen Flüchtlingen, die sich mit Problemen an Hilfsorganisationen wenden. Rund 1.600 Flüchtlinge unterstützen CARE in den Camps, als Lehrer in Grundschulen, als Latrinenbauer oder als Techniker für die Instandhaltung des Wassersystems. Am wichtigsten aber ist ihre Beteiligung daran, die humanitäre Hilfe stetig zu verbessern. Flüchtlinge bewerten die Unterstützung, die sie erhalten, und vertreten damit eine wichtige Stimme, wenn es um die Versorgung ihrer Familien geht.

 

3.    Mädchen machen den größten Fortschritt

Als Dadaab errichtet wurde, gingen nur rund fünf Prozent der Mädchen regelmäßig zur Schule. Aber die Zeiten haben sich geändert. Seit 25 Jahren arbeitet CARE eng mit Frauen und Mädchen zusammen, um ihre Chancen zu verbessern und kulturelle Normen zu transformieren. Heute gehen fast 14.000 Kinder in die von CARE betriebenen Schulen. Und die Hälfte davon sind Mädchen.  Junge Frauen wie Makhdis stehen für den Erfolg des Programms: Als Teenager besuchte sie eine der CARE-Schulen in Dagahaley, nahm nach ihrem Schulabschluss an einem der CARE-Lehrertrainings teil und unterrichtet nun Englisch an ihrer ehemaligen Schule.

 

4.    Logistik ist genauso wichtig wie Wasser und Lebensmittel

In Dadaab leben Menschen, die vor Krieg und Dürre in ihren Heimatländern flohen. Die meisten von ihnen kamen ohne jegliche Besitztümer im Nordosten Kenias an. Eine große Rolle für das Überleben der Flüchtlinge spielt die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Essen. Doch das ist keine leichte Aufgabe: Dadaab liegt mitten in der Wüste. Der Aufwand Hilfsgüter dorthin zu bringen ist groß, Wüstensand beschädigt Motoren und Getriebe von Fahrzeugen, deshalb müssen Autos regelmäßig gewartet und repariert werden. Seit Jahren betreibt CARE eine Autowerkstatt in Dadaab. In den letzten Monaten reparierten CARE-Mechaniker über 300 Fahrzeuge von den Vereinten Nationen, anderen Hilfsorganisationen und der kenianischen Polizei. Zusätzlich steht das CARE-Team ihnen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um technische Extras und die Pflege der Geländewagen geht. CARE sorgt so dafür, dass Hilfsgüter aller Organisationen schnell und zuverlässig bei Flüchtlingsfamilien ankommen.

 

5.    Auch Helfer leben seit Jahren im Camp

Die meisten der Flüchtlinge wohnen seit der Gründung des Camps vor über 25 Jahren in Dadaab. Aber es leben nicht nur Flüchtlinge im Camp. Auch viele humanitäre Helfer verbringen seit Jahren ihr Leben in Dadaab, sie arbeiten als Programmdirektoren, Mechaniker oder als Assistenten in der Administration und Logistik. Jacob Ochiel ist einer von ihnen. Seit sechs Jahren arbeitet er als Assistent in der Logistik. Warum er in Dadaab lebt? Hier ist seine Antwort:

„Ich habe mein Leben den Menschen von Dadaab gewidmet. Diejenigen, die von Krisen und Krieg vertrieben wurden, verdienen meine Unterstützung. Mit meiner Arbeit, dem Transport, der Verteilung und der adäquaten Lagerung von Hilfsgütern, trage ich zu ihrem Überleben bei. Das ist meine Lebensaufgabe. Und es macht mir Spaß. Ich bin gern in Kontakt mit Flüchtlingen, ich liebe es ihren Geschichten zuzuhören und ihnen mit meinen Worten einen Funken Hoffnung zu schenken.“

 

Mehr Informationen zum Thema Dadaab und Kenia finden Sie hier.

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