Eine Frau in Honduras trägt eine Schutzmaske während der Corona-Pandemie.

Die Folgen von Corona für Frauen & Mädchen: "Wir geben nicht auf!"

Während der Corona-Pandemie legt CARE besonderen Wert auf den Schutz und die Hilfe für Frauen und Mädchen.

Wenn wir mit Frauen in unseren Projektländern über COVID-19 sprechen, wird schnell klar, dass sie vor noch größeren Herausforderungen stehen als sonst. Sie zeichnen ein düsteres Bild davon, wie sich ihr Leben durch die Pandemie zunehmend verändert

Gleichzeitig geben sich aber viele von ihnen hoffnungsvoll und stark: „Wir sind und bleiben erfinderisch. ‚Unmöglich‘, dieses Wort geht uns aktuell nicht über die Lippen! Wir finden Wege, diese Pandemie zu überstehen und weiterzumachen.“
So äußert sich etwa Sibitou Boubacar, die im Niger mehrere Kleinspargruppen leitet und damit sich und ihren Mitstreiterinnen ein Einkommen sichert. Ihre Stärke motiviert auch uns jeden Tag aufs Neue, uns weiter entschieden gegen die Ausbreitung des Coronavirus und seine Folgen für Frauen und Mädchen zu engagieren.

In bereits 55 Ländern lernt CARE verstehen, wie sich das Leben von Frauen und Mädchen wegen COVID-19 verändert und wie sie damit umgehen. Fast wöchentlich präsentieren wir dazu neue Ergebnisse, die uns helfen, unsere Maßnahmen anzupassen und noch wirkungsvollere Hilfe zu leisten. Wir arbeiten dafür mit Kleinspargruppen zusammen, mit Arbeiterinnen in Fabriken, mit von Frauen geführten Haushalten, mit Müttern auf der Flucht und vielen mehr. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch, in Städten, Flüchtlingscamps und abgelegenen Dörfern. Weibliche Stimmen im Kampf gegen COVID-19 zu hören ist unerlässlich, um diese Pandemie zu überwinden.

Was sagen Frauen über COVID-19?

•    Es wird schwieriger, an Nahrungsmittel zu kommen: Läden und Märkte haben geschlossen, Einkommensmöglichkeiten fallen weg. Frauen auf der ganzen Welt berichten, dass es zunehmend schwieriger für sie wird, ihre Familien zu versorgen. In Bangladesch haben 90 Prozent der Landwirtinnen nicht mehr genug Geld für Essen. Im Flüchtlingscamp Azraq in Jordanien berichten 50 Prozent der Familien von Nahrungsmittelknappheit

•    Frauen spüren die wirtschaftlichen Auswirkungen: In den palästinensischen Gebieten hat jede zweite Frau ihr gesamtes Einkommen verloren, bei den Männern jeder dritte. In Ostafrika arbeiten 74 Prozent der Frauen in der Schattenwirtschaft, ohne jede Absicherung; sie spüren ihre Verluste schon jetzt besonders hart.

•    Informationen sind schwer zugänglich: Da aufgrund der Isolationsmaßnahmen ein Großteil an wichtigen Informationen online verbreitet wird, ist es für Frauen schwieriger geworden, Antworten auf ihre Fragen zu Prävention und Hygiene zu bekommen. Im Westjordanland und in Gaza haben nur 30 Prozent der Frauen Zugang zu entsprechender Technologie. Ähnlich sieht es auch im Rest des Nahen Ostens sowie in Nord- und Ostafrika aus.

•    Frauen verlieren den Zugang zu wichtigen Diensten: In Bangladesch berichten 25 Prozent der Angestellten im Gesundheitswesen, dass immer weniger Frauen Dienste zur Müttergesundheit in Anspruch nehmen. 43 Prozent geben außerdem an, in der letzten Woche vom Tod einer Mutter oder eines Kindes gehört zu haben. Besonders im Nahen Osten und Nordafrika können Frauen Angebote zur Gesundheitsvorsorge nicht nutzen, da die verbliebenen Mitarbeiter im Gesundheitswesen fast ausschließlich männlich sind. Eine Behandlung ist für Frauen damit gefährlich und außerdem sozial nicht akzeptiert.  

•    Gewalt nimmt zu: In Simbabwe haben sich die Anrufe an ein lokales Hilfscenter für geschlechtsspezifische Gewalt verdreifacht. In Bangladesch werden Frauen beschuldigt, mit ihrem Verhalten für COVID-19 verantwortlich zu sein, was zur Einschränkung ihrer Rechte und auch immer wieder Gewalt gegen sie führt. Warum die aktuelle Krise speziell zu einer Zunahme geschlechtsspezifischer Gewalt führt und wie CARE dagegen vorgeht, haben wir an dieser Stelle bereits ausführlich beschrieben. 

•    Frauen übernehmen die Führung: Auch das haben unsere Gespräche gezeigt: Mitten in der Krise übernehmen Frauen vielerorts das Ruder. Sie nähen Masken, helfen anderen Zugang zu Seife und Wasser zu bekommen, setzen sich für die Einhaltung der Abstandsregelungen ein – Frauen auf der ganzen Welt machen es sich zur Aufgabe, einander zu helfen. CARE versucht sie dabei in größtmöglichem Umfang zu unterstützen!

Was macht CARE konkret?

•    Wir unterstützen mit Essen und Bargeld: Frauen berichten, dass der Zugang zu Nahrung und Einkommen zwei der größten Herausforderungen für ihre Familien darstellen. Also hilft CARE über 230.000 Menschen mit Lebensmitteln und versorgt weitere 32.000 mit Bargeld, damit sie kurzfristig über die Runden kommen. Gleichzeitig arbeiten wir an langfristigen Maßnahmen, um betroffenen Familien wieder auf die Beine zu helfen und ihren Lebensunterhalt zu sichern.

•    Wir schulen medizinisches Personal: CARE hat über 318.000 Angestellte im Gesundheitswesen weltweit über die Gefahren von COVID-19 und Maßnahmen zur Infektionskontrolle geschult. In Ländern mit unzureichender medizinischer Infrastruktur, wie im Jemen oder Südsudan, statten wir lokale Gesundheitsstationen nicht nur mit Seife aus, sondern auch mit Hygieneartikeln speziell für Frauen. Wo weltweit fast ausschließlich über Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel diskutiert wird, behalten wir auch die Bedürfnisse etwa werdender Mütter im Blick.

•    Wir priorisieren Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt: CARE ermöglicht mehr als 105.000 Menschen Zugang zu Informationen über geschlechtsspezifische Gewalt. Wir stellen die Thematik in den Mittelpunkt all unserer Aktivitäten und erreichen damit nicht nur Frauen – wir arbeiten auch mit Männern und Jugendlichen daran, wie Gewalt reduziert werden kann.

•    Wir hören zu und schaffen Austausch:
Nicht nur für unsere Analysen treten wir mit Frauen und Mädchen in Kontakt, sondern immer auch als Teil unserer Hilfsprojekte. Wir nutzen dafür spezielle Einrichtungen, Social Media, Apps, unsere Kontakte zu Frauengruppen und Partnerorganisationen. Über diese Kanäle wird auch ein Austausch untereinander organisiert und hilfreiches Wissen findet so Verbreitung.

Corona ist längst in den ärmsten Regionen der Welt angekommen und verschlimmert die oftmals dramatische Situation von Frauen und Mädchen noch weiter. Doch CARE steht an ihrer Seite. Unsere Maßnahmen laufen erfolgreich und sind stets auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt. Unterstützen Sie uns dabei, mit unserer Hilfe noch viel mehr Frauen und Mädchen während der Pandemie zu erreichen!

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