Frauen stehen nach Wirbelsturm Idai in der Schlange, um Hilfsgüter zu bekommen.

Drei Monate nach Idai - CARE-Hilfe für Frauen & Mädchen

Erst kam der Sturm, dann das Wasser. Viele Menschen in Mosambik haben alles verloren - doch CARE steht ihnen auch drei Monate nach der Katastrophe bei.

Nachdem Zyklon Idai Mitte März über Mosambik hinweggefegt war, trat der Fluss Púnguè über die Ufer und verursachte katastrophale Überschwemmungen in Mutua, einem Dorf im Bezirk Dondo. Um den Menschen, die entweder durch den Sturm oder die Wassermassen alles verloren haben, Schutz zu bieten, hat CARE in der Gegend ein großes Flüchtlingscamp eingerichtet.

Heute, drei Monate nachdem der Zyklon auf Festland traf, nennen mehr als 300 Personen, zumeist Frauen und Mädchen, diesen Ort ihr Zuhause. Die Familien kämpfen darum, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Viele haben Angst, in ihre Dörfer zurückzukehren. Dorthin, wo der Wirbelsturm ihre Häuser und ihr gesamtes Leben zerstört hat.

Zwei Zyklone in kurzer Zeit

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Landes, dass in derselben Saison gleich zwei starke Wirbelstürme – Idai und Kenneth – Mosambik heimsuchten. Mehr als 1,8 Millionen Menschen im ganzen Land waren unmittelbar davon betroffen; viele werden es noch lange bleiben. Vor allem Frauen und Mädchen haben mit den Auswirkungen der verheerenden Stürme zu kämpfen, denn sie sind es, die in Krisenzeiten am meisten gefährdet sind.

Vitorina Joaquim ist 32 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Sie lebt in dem Flüchtlingcampin Mutua, nachdem ihr Dorf vor drei Monaten durch das Hochwasser zerstört wurde.
„Ich arbeitete auf dem Feld, als dieser starke Sturm und die heftigen Regenfälle begannen. Die Häuser, die Bäume, die Ernte – alles bewegte sich. Ich machte mir Sorgen um meine Kinder und lief nach Hause. Als ich ankam, war mein Haus bereits überflutet und alle meine Sachen, auch mein Kochgeschirr, waren weggespült worden. Ich holte meine Kinder und zusammen liefen wir zu einer Schule in der Nähe unseres Hauses“, erklärt Vitorina. „Ich habe noch nie so viel Wasser gesehen. Es war schrecklich, ich werde den Tag wohl niemals vergessen“, fügt sie hinzu.

Hygiene als Herausforderung

Neben zerstörten Häusern und Ernten gehört für Frauen und Mädchen ihre Menstruation zu den größten Herausforderungen. Eine monatliche Normalität, die sich jedoch nach einer Krise wie dieser aufgrund mangelnder Privatsphäre, begrenzter Wasserversorgung und fehlendem Zugang zu sanitären Einrichtungen als Schwierigkeit darstellt. Nach Zyklon Idai verwendeten Frauen und Mädchen wie Vitorina wiederverwendbare Binden aus Capulana, einem traditionellen Stofftuch, das Frauen in Mosambik sonst als Wickelrock oder Tragetuch für ihre Babys benutzen.

Vitorina erzählt: „Ich zerschneide meine alten Kleider und Capulana-Stücke, da mir nichts anderes zur Verfügung steht. Ich weiß, dass ich damit meine Gesundheit gefährde, aber ich habe keine andere Wahl. Ich habe kein Geld, um richtige Stoffbinden zu kaufen. Hier haben wir keine Privatsphäre und fühlen uns nicht wohl dabei, unsere Unterwäsche zu waschen und sie draußen zum Trocknen aufzustellen. Wir sind gezwungen, unsere Kleidung in den Toiletten aufzuhängen. Aber es gibt viele, die die gleiche Toilette benutzen, also haben wir Angst, dass wir Krankheiten bekommen könnten“, sagt Vitorina.
Die Frauen und Mädchen fühlen sich unwohl während ihrer Menstruation. Sie können keine richtigen Damenbinden verwenden, obwohl diese für die Hygiene und ihre Gesundheit wichtig sind.

„Wenn wir Capulana oder andere Kleidungsstücke als Ersatz für Binden verwenden, fühlen wir uns unbehaglich. Wenn wir sitzen oder gehen, rufen die Leute uns hinterher, dass unsere Kleidung dreckig sei oder Blut darauf ist“, sagt Susana Manuel, eine 36-jährige Bewohnerin des Camps. „Ich habe Angst, krank zu werden. Es gibt weniger Toiletten für Frauen und die Hygiene dort ist schlecht, insbesondere während der Menstruation.“

CARE hat Frauen und Mädchen in Mutua eine höhere Priorität eingeräumt und verteilt Hygienepakete, um ihren Gesundheits- und Hygienebedürfnissen gerecht zu werden. Diese Hygienekits enthalten grundlegende Hygieneartikel wie Seife, Wassereimer, aber auch Damenbinden, die speziell auf die Herausforderungen der Menstruation in einem Flüchtlingscamp abgestimmt sind. Dennoch bleiben die Frauen besonders gefährdet, auch drei Monate nach den verheerenden Zyklonen.

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