Ein zerstörtes Haus in einer Wohngegend.

Geberkonferenz Jemen: „Ein Land im Würgegriff von Hunger, Krieg und COVID-19“

CARE fordert: Bundesregierung muss sich für verlässliche finanzielle Hilfen einsetzen

Bonn, 29. Mai. Am kommenden Dienstag (2. Juni) findet virtuell die Geberkonferenz für den Jemen statt. Zu diesem Anlass fordert die internationale Hilfsorganisation CARE die deutsche Bundesregierung dazu auf, ein klares Signal dafür zu setzen, dass die internationale Gemeinschaft die notleidenden Menschen im Jemen nicht alleine lässt. Dafür müssen die Hilfsleistungen mindestens in gleicher Höhe beibehalten werden. Angesichts der aktuellen COVID-19-Pandemie sollten zudem zusätzliche Gelder für den Kampf gegen den Virus bereitgestellt werden. 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung (24,1 Millionen Menschen) sind derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen. 

Karl-Otto Zentel, Generalsekretär CARE Deutschland
„Bereits vor Ausbreitung von COVID-19 war die Situation im Jemen die schwerste humanitäre Krise der Welt. Neben Krieg, Hunger und Cholera befindet sich das Land jetzt auch noch im Würgegriff einer weltweiten Pandemie. Die medizinische und sanitäre Versorgung im Jemen ist fast komplett zerstört. Die Menschen im Land können es sich nicht leisten, durch Ausgangssperren und Kontaktverbote vor einer Ansteckung zu schützen, sie müssen ihre Häuser verlassen, um Geld zum Überleben zu verdienen. Ihnen muss gerade jetzt geholfen werden, mit Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und dem Aufbau von sanitären Einrichtungen - dafür braucht es Geld.“ 

Derzeit sind für den Jemen 278 COVID-19-Fälle gemeldet. Doch 57 bestätigte COVID-19-Todesopfer weisen darauf hin, dass es bereits deutlich mehr Virusinfizierte geben könnte als offiziell bestätigt. Eine zeitnahe Finanzierung von Aktivitäten zur Verhinderung, Eindämmung sowie der Abschwächung der COVID-19-Ausbreitung ist daher dringend notwendig. Ferner muss auf die Kriegsparteien im Jemen weiter Druck ausgeübt werden, damit sie unverzüglich einen landesweiten Waffenstilland als ersten Schritt zu einem nachhaltigen Frieden in Kraft setzen. 

Medienkontakt
Stefan Brand
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