Jemen: Verschärftes Leid durch eingeschränkten Luftverkehr

20.000 Menschen brauchen lebensrettende medizinische Behandlung im Ausland

Bonn, 9. August 2017. Ein Jahr nach der Schließung des internationalen Flughafens Sanaa im Jemen fordern CARE und weitere Hilfsorganisationen, die Beschränkungen für den jemenitischen Luftraum umgehend aufzuheben und den Hauptflughafen sofort wieder zu öffnen.

„Der kommerzielle Handelsverkehr und die Einfuhr von dringend benötigten Hilfsgütern sind stark eingeschränkt. Die jemenitische Bevölkerung ist seit Monaten von der Außenwelt abgeschnitten, Hunger und Krankheiten wie Cholera verschlimmern weiterhin die Situation für Millionen von Menschen“, so Wolfgang Jamann, Generalsekretär von CARE International.

Laut Schätzungen des jemenitischen Gesundheitsministeriums (MoH) starben seit der Schließung des Flughafens im August 2016 über 10.000 Menschen an Krankheiten, für die sie internationale medizinische Behandlung benötigt hätten. Bereits vor dem Ausbruch des Konfliktes reisten pro Jahr etwa 7.000 Jemeniten für medizinische Behandlungen von Sanaa aus ins Ausland. Mittlerweile sind es bis zu 20.000 Menschen, die lebensrettende Gesundheitsversorgung im Ausland benötigen.

„Schwer Erkrankte nehmen bis zu 20-stündige Autofahrten durch Kampfgebiete auf sich, um über andere Flughäfen das Land zu verlassen“, so Jamann. „Diese Situation verletzt die Reisefreiheit der Bevölkerung, ein Recht, das durch Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geschützt ist.“

Die Schließung des wichtigsten internationalen Flughafens im Jemen beeinträchtigt auch die schnelle Bereitstellung von humanitärer Hilfe. Hilfsorganisationen sind fast ausschließlich auf Flüge der Vereinten Nationen angewiesen, um ein- und auszureisen. Deshalb könne die Forderung nach humanitärem Zugang und uneingeschränkter Öffnung des Flughafens gar nicht stark genug betont werden, so die Organisationen.     

Liste der teilnehmenden Organisationen:

  1. ACTED
  2. Action contre la Faim
  3. ADRA
  4. CARE International
  5. Danish Refugee Council
  6. Human Appeal
  7. International Rescue Committee
  8. Islamic Help UK
  9. Medicins du Monde
  10. Mercy Corps
  11. Norwegian Refugee Council
  12. SaferWorld
  13. War Child UK
  14. World Relief Germany
  15. ZOA

 

ACHTUNG REDAKTIONEN: Wolfgang Jamann, Generalsekretär von CARE International, steht Ihnen sehr gern für Interviews und weitere Hintergründe zur Verfügung. Herr Jamann ist deutschsprachig und erst kürzlich von einer mehrtätigen Reise in den Jemen zurückgekehrt.

Bei Interesse an Interviews oder für weitere Informationen können Sie sich jederzeit gern in der CARE-Pressestelle melden:

Sabine Wilke
Pressesprecherin
Tel:       +49 228 / 975 63 46 
Mobil:    +49 151 / 147 805 98
Mail:      wilke[at]care.de

Ninja Taprogge
Referentin Medien und Kommunikation
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Mobil:    +49 151 / 701 674 97
Mail:      taprogge[at]care.de

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