Bangladesch hat hunderttausende Geflüchtete aus Myanmar aufgenommen.

Umsatz des weltweiten Waffenhandels 90-mal größer als Finanzhilfen für Flüchtlingskrisen

Finanzhilfen für Flüchtlingskrisen 2020 auf Rekordtief

Bonn, 18. Juni 2020. Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni warnt die Hilfsorganisation CARE vor einem drastischen Rückgang der Finanzhilfen für die Versorgung von Geflüchteten weltweit. Für 2020 hatten die Vereinten Nationen einen Bedarf von 9,7 Milliarden Euro ermittelt. Davon sind bisher nur rund eine Milliarde Euro für die humanitäre Hilfe zugesagt – ein absoluter Negativrekord. Diese Summe entspricht im Vergleich nach Datenlage des Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI, lediglich 1,12 Prozent dessen, was weltweit jährlich mit Waffenhandel umgesetzt wird, diese Zahl liegt bei rund 89 Milliarden Euro.

„Obwohl jährlich der Bedarf an Mitteln für die großen Flüchtlingskrisen wächst, sinkt der Anteil der tatsächlichen Hilfe deutlich", erklärt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. „Nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist klar, dass die Bekämpfung internationaler Krisen globale Solidarität braucht. CARE ruft Regierungen und die internationale Gemeinschaft daher dazu auf, mehr Mittel für Flüchtlingshilfe bereit zu stellen, sowie die Verantwortung für die Aufnahme von geflohenen Menschen fairer zu verteilen. Es sind weiterhin vor allem ärmere Länder, in denen die Mehrheit der Geflüchteten weltweit Aufnahme findet. Diese Länder dürfen wir nicht alleine lassen.“

Die Liste der unterfinanzierten Flüchtlingskrisen wird nach Analysen von CARE von der Demokratischen Republik Kongo angeführt. Aktuell wurden dort für 2020 erst rund drei Prozent der benötigten Mittel erreicht, während intern knapp fünf Millionen Menschen vertrieben sind. Die Flüchtlingshilfe im Südsudan – im Land leben 1,5 Millionen Geflüchtete und rund 2,2 Millionen intern Vertriebene – ist bisher nur zu vier Prozent finanziert. Die humanitäre Hilfe für syrische Geflüchtete ist bisher nur zu knapp neun Prozent finanziert – im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es immerhin 30 Prozent.

Die Top 6 der unterfinanzierten Flüchtlingskrisen:

1.    Demokratische Republik Kongo - Hilfe zu 3 % finanziert (Vergleichszeitraum 2019: 12 %)
2.    Südsudan - Hilfe zu 4 % finanziert (2019: 21 %)
3.    Syrien - Hilfe zu 9 % finanziert (2019: 30 %)
4.    Burundi - Hilfe zu 10 % finanziert (2019: 18 %)
5.    Venezuela - Hilfe zu 16 % finanziert (N/A)
6.    Rohingya / Bangladesch - Hilfe zu 28 % finanziert (2019: 33 %)

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