Eine Mutter wird während der Corona-Pandemie im Irak betreut.

CARE-Studie zu COVID-Impfungen im Irak

Angst und Fehlinformationen gefährden die Bevölkerung / 70 Prozent der Menschen im Irak lehnen die Impfung ab / Frauen fehlen viel häufiger Informationen über COVID-19 als Männern

Dohuk/Berlin, 1. September 2021. Eine neue Studie der internationalen Hilfsorganisation CARE zeigt, dass Frauen deutlich weniger Informationen über COVID-19 und Schutzmöglichkeiten haben als Männer. In einer Befragung unter mehr als 3.700 Menschen, darunter fast 60 Prozent Binnenvertriebene und Geflüchtete, gaben nur etwa 30 Prozent der Frauen an, zu wissen, wo sie sich für eine Impfung anmelden können – im Vergleich waren 50 Prozent der befragten Männer dazu informiert.
 
Einer der häufigsten Gründe, warum Menschen sich nicht impfen lassen wollen, ist die Angst vor schweren Nebenwirkungen, wie etwa Unfruchtbarkeit oder sogar tödlichen Folgen. Eine weitere häufig genannte Befürchtung sind gefälschte Impfstoffe.
 
„Die CARE-Studie zeigt deutlich, dass es nicht ausreicht, Impfstoffe einfach nur bereitzustellen“, erklärt Wendy Barron, CARE-Länderdirektorin im Irak. „Wir müssen auch in die Aufklärung der Bevölkerung und in die Bekämpfung von Fehlinformationen investieren, um die Impfquote zu erhöhen.“ 
 
Die CARE-Studie zeigt auch, wie wichtig soziale Medien sind, um Fehlinformationen entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass Menschen eine informierte Entscheidung treffen. Rund 46 Prozent der befragten Frauen und 60 Prozent der befragten Männer gaben an, soziale Medien als Hauptinformationsquelle über COVID-19 zu nutzen. Es ist daher entscheidend, angemessene und gezielte Informationen über COVID-Präventivmaßnahmen und -Impfstoffe in den sozialen Medien bereitzustellen. Die Befragten gaben auch an, dass eine klare Empfehlung des Gesundheitsministeriums, der örtlichen Ärzte und der Weltgesundheitsorganisation beruhigend auf sie wirken würde. 
 
„Wir müssen unsere Informationskampagnen verstärken, vor allem für Vertriebene und Geflüchtete, die schon jetzt große Schwierigkeiten haben, akkurate Informationen zu erhalten und Gesundheitsdienste wahrzunehmen“, mahnt Barron. „Impfstoffe sind im Irak verfügbar und können Leben retten. Die Menschen wissen nur nichts davon oder hören dazu gemischte oder sogar falsche Botschaften. Wir alle müssen auf die Vorteile der Impfung hinweisen, von uns Hilfsorganisationen zu der Regierung über lokale und religiöse Führungspersönlichkeiten bis hin zu landesweit bekannten Vorbildern mit Reichweite und Einfluss.”

Lesen Sie hier die Kurzversion der Studie auf Englisch. 
Lesen Sie hier die komplette Studie auf Englisch. 

Unterstützen Sie die CARE-Hilfe für Vertriebene und Geflüchtete im Irak mit Ihrer Spende: 
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE93 3705 0198 0000 0440 40
BIC: COLSDE33
www.care.de/spenden

Informationen zur Studie: 
Die CARE-Umfrage wurde im Juli in den irakischen Gebieten Ninewa und Dohuk durchgeführt. Befragt wurden 3.770 Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, Altersklassen und mit verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen. 

CARE im Irak: 
Gemeinsam mit lokalen Partnern leistet CARE im Irak humanitäre Hilfe für Binnenvertriebene, Geflüchtete und ihre Gastgemeinden. CARE stellt Wasser, sanitäre Einrichtungen und Gesundheitsdienste bereit. Seit der Coronapandemie hat CARE die Hilfe mit Hygiene-Paketen und COVID-Präventionsmaßnahmen, zu denen auch umfassende Informationskampagnen gehören, stark ausgeweitet.

ACHTUNG REDAKTIONEN: Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland, wird Mitte September in den Irak reisen und steht Ihnen von vor Ort gerne für Hintergrundinformationen oder Interviews zur Verfügung. Falls Sie Interesse daran haben, können Sie sich bereits jetzt gerne beim CARE-Medienteam melden. 

Medienkontakt
Ninja Taprogge
Medienreferentin
Tel.     +49 (0) 30 76 90 16 99
Mobil    +49 (0) 151 701 674 97
taprogge[at]care.de

nach oben