Goze musste mit ihrer Familie aus ihrem Dorf im Nordirak fliehen. (Foto: CARE/Bolitho)

CARE-HILFE IM IRAK

Irak: Familien auf der Flucht brauchen Hilfe

Nachdem 2014 eine militärische Offensive in der Provinz Ninewa hunderttausende Menschen in die Region Kurdistan-Irak (KRI) vertrieben hatte, begann CARE im November 2014 mithilfe von Partnerorganisationen, lebensrettende Nothilfe vor Ort zu leisten. Auch nach der Militäroffensive zur Befreiung der Stadt Mossul, die im Oktober 2016 begann und zur Vertreibung von fast einer Million Menschen und schweren Schäden an Häusern und Infrastruktur führte, halfen CARE und seine Partner mit Trinkwasser sowie Hygiene-, Gender-, Baby- und Reparatur-Paketen. 

Insgesamt sind mehr als 1,8 Millionen Iraker im eigenen Land auf der Flucht. Im Fokus der CARE-Hilfe stehen neben geflüchteten Frauen besonders andere gefährdete Bevölkerungsgruppen wie verletzte und ältere Menschen, unbegleitete Minderjährige sowie Menschen mit Behinderungen. Um den besonderen Anforderungen zur Eindämmung der Coronapandemie gerecht zu werden, wurden in zwei Gesundheitseinrichtungen PCR-Testlabore eingerichtet, um Neuinfektionen schnell nachzuweisen, und Gesundheitspersonal wurde im sicheren Umgang mit COVID-19-Verdachtsfällen geschult.

Im Angesicht der großen Not bitten wir dringend um Ihre Spende.

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Die CARE-Hilfe auf einen Blick

Hanee sitzt mit ihren Enkelkindern vor einem Zelt im Berseve-I-Camp im Nordirak

Versorgung mit Hilfsgütern

Auch heute, über sieben Jahre nach Ausbruch des Konflikts, harren tausende Vertriebene in Flüchtlingscamps im Nordirak aus. Für sie und für die kurdischen Gastgemeinden ist die Situation sehr belastend. Durch den Konflikt wurden Infrastruktur, Krankenhäuser und Schulen stark zerstört. Um die Familien zu entlasten und angesichts der Gefahren der COVID-19-Pandemie mit dem Notwendigsten zu versorgen, verteilt CARE Trinkwasser, Baby- und Unterkunftspakete sowie Bargeldhilfen.

Frau mit Baby auf dem Arm in einem Gesundheitszentrum im Nordirak

Mutter-Kind-Gesundheit

Der Ausbruch von COVID-19 hat den Zugang zu medizinischer Versorgung und reproduktiven Gesundheitsleistungen im Irak zusätzlich erschwert und stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Deshalb unterstützt und versorgt CARE öffentliche Gesundheitszentren mit medizinischen Geräten und Hilfsgütern und bietet Beratungen für Schwangere und frischgebackene Mütter an. CARE klärt zudem junge Frauen über sexuelle Gesundheit auf und setzt sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt ein.

Kinder an einem Brunnen in einem Flüchtlingscamp im Nordirak

Wasser und Hygiene

Wasser ist das höchste Gut, wenn es darum geht, Krankheiten vorzubeugen und Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Deswegen ist CARE die Versorgung der vielen Flüchtlinge mit ausreichend sauberem Trinkwasser und die Entsorgung des entstehenden Abwassers und Unrats besonders wichtig. CARE und seine Partner reparieren und warten regelmäßig die Wasser- und Sanitäranlagen, damit sich die Menschen unter anderem durch regelmäßiges Händewaschen und andere Hygienemaßnahmen vor einer Ansteckung mit COVID-19 schützen können. So verhindert CARE den Ausbruch von Corona, aber auch anderer Krankheiten wie Cholera, und ermöglicht den Menschen ein Minimum an Hygiene und Würde. 

Sicherung der Lebensgrundlagen im Irak.

Lebensgrundlagen sichern

Einkommensmöglichkeiten, Wasserinfrastruktur und lokale Märkte sind im Irak knapp und teilweise völlig zerstört. Eine hohe Arbeitslosigkeit und Konkurrenz um Ressourcen gefährden das friedliche Zusammenleben der Menschen. Um die Lebensgrundlage von Familien zu stärken, bieten CARE und seine Partner Berufs- und Weiterbildungen an. Familien, die legale Dokumente im Zuge des Konflikts verloren haben, erhalten eine Beratung zu ihren Rechten. Mit Cash for Work schaffen wir gemeinsam mit lokalen Arbeitern sichere Zugänge zu sauberem Wasser.


Die Müllabfuhr von Berseve

Die siebenjährige Hazna hält eine Schaufel in den Händen.

Elias hat nicht wirklich Zeit zum Reden. Mit Handschuhen und Zange befördert er schnell die letzten Schnipsel vom Boden in die Tonne und stellt sie bereit. Die siebenjährige Hazna hilft ihrem Großvater. „Du wirst sehen, gleich kommt der Müllwagen“, sagt sie aufgeregt. „Er ist ganz neu. Und manchmal darf ich auf dem Trittbrett mitfahren!“

„Als wir in diesem Camp ankamen, wusste niemand, wohin mit dem Müll“, erzählt uns Adoun, Haznas Großmutter. „Es stank, die Kinder spielten mit dem Abfall. Das machte mir Angst. Als CARE Freiwillige suchte, um dies zu ändern, haben wir uns sofort gemeldet.“ Inzwischen ist Elias einer der CARE-Mülbeauftragten von Berseve. 20 Dollar am Tag kann er so verdienen. Das ist eine große Hilfe. Denn Elias verlor bei Angriffen auf sein Dorf den jüngsten Sohn. Seitdem muss er acht Enkel und Adoun ernähren. „Vor allem tut es gut, etwas zu tun“, sagt er. „Wenn ich nichts tue, denke ich zu viel nach.“ Im Camp Berseve unterstützt CARE die Müllabfuhr, die Abfallentsorgung und die Reinigung der Latrinen durch Teams von irakischen Mitarbeitern und Freiwilligen. Kinder und Erwachsene lernen in CARE-Workshops, wie sie sich vor Krankheiten und Verletzungen besser schützen und schließen sich zu Selbsthilfeinitiativen zusammen.


Blogbeiträge aus dem Irak

Auf unserem Blog sind Sie noch näher dran! Sie finden dort persönliche Beiträge von CARE-Mitarbeitern. Sie berichten von ihren Reisen, informieren über aktuelle Ereignisse und diskutieren über das, was uns bewegt.

Lena Siedentopp ist CARE-Projektreferentin für den Irak. Vor einem Jahr besuchte sie ein Camp für Vertriebene in Dohuk und eine medizinische Einrichtung nordwestlich von Mossul. Auf unserem Blog zog sie Bilanz, berichtete von Erfolgen und schaute trotzdem sorgenvoll in die Zukunft.

Blogbeiträge aus dem Irak


So können Sie helfen

80 Euro

4 Hygiene-Sets für Frauen

120 Euro

8 Baby-Hygiene-Pakete

 

200 Euro

Notfall-Dusche und Latrine-Einheit für 15 Menschen



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