Eine weiße CARE-Flagge vor grauem Himmel.

COVID-19 im Libanon: „Menschen sind gezwungen, Gras zu essen“

Familien erhalten CARE-Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

Bonn, 22. April 2019. Die Hilfsorganisation CARE ist besorgt über die aktuelle Situation im Libanon, wo das Coronavirus, steigende Flüchtlingsankünfte und eine massive Wirtschaftskrise aufeinandertreffen. Bereits 45 Prozent der libanesischen Bevölkerung leben in Armut. Gleichzeitig bietet das Land mit nur 6,1 Mio. Einwohnern Zuflucht für eine knappe Million palästinensischer und syrischer Flüchtlinge. 
 
Pamela Orgeldinger, Leiterin Internationale Programme bei CARE: „In Tripolis, der ärmsten Stadt des Landes, leiden tausende Menschen schlichtweg Hunger. Sie gehen auf die Felder und suchen nach Gras und Wildkräutern, die sie über Holzfeuern kochen, weil sie sich kein Gas mehr leisten können. Viele haben keine Möbel mehr in ihren Häusern, weil sie verkauft wurden, um Miete zahlen oder Lebensmittel kaufen zu können. Viele Menschen sind unterernährt und Kinder brechen die Schule ab, um ihren Eltern zu helfen.”
 
Zu Hunger und Armut kommt nun die COVID-19-Pandemie
Jahrzehntelang zählte der Libanon zu den Ländern mit mittleren Durchschnittseinkommen. Durch eine mehrjährige Finanz- und Wirtschaftskrise sowie politische Turbulenzen lebt ein Großteil der Bevölkerung nun unterhalb der Armutsgrenze. Für die Menschen im Libanon gelten strenge Quarantänemaßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Davon ist die Wirtschaft des Landes massiv betroffen. Märkte und Firmen bleiben geschlossen. Viele Menschen, die als Tagelöhner arbeiten, erzielen kein Einkommen. 
 
In Bab el-Tabbaneh, einem Stadtteil von Tripolis, berichtet Fatima, 46, Mutter von fünf Kindern: „Mein Mann, der Metzger war, kann aufgrund zweier Unfälle nicht mehr arbeiten. Vor drei Jahren beschloss ich deshalb, Kebab-Sandwiches zu verkaufen, um die Familie zu ernähren. Manchmal verdiente ich bis zu 40.000 libanesische Lira [ca. 13 EUR] pro Tag. Mein ältester Sohn half auch mit. Seit Beginn der Pandemie ist unser Kebap-Stand geschlossen. Wir haben seitdem kein Geld mehr verdient.“ 
 
CARE hilft vor Ort
CARE führt verschiedene Hilfsprojekte für Flüchtlinge im Libanon durch. Aktuell leistet CARE humanitäre Hilfe auch in Tripolis und versorgt Familien mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln.
 
Bildmaterial, Zitate und Interviewmöglichkeiten:
•    Aktuelles Bildmaterial von CARE aus dem Libanon, auch von Fatima, finden Sie hier zur freien Verwendung, unter Angabe von CARE als Quelle.
•    Es besteht außerdem die Möglichkeit, CARE-Helferinnen vor Ort zu interviewen (Skype, Zoom). 
 

Medienkontakt
Stefan Brand
Tel: +49 228 / 975 63 42
Mobil: +49 170 / 74 48 600
Mail: brand(at)care.de

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