Eine weiße CARE-Flagge vor grauem Himmel.

Welttag der humanitären Hilfe: 74 Helfer seit Jahresbeginn ums Leben gekommen

Syrien zum vierten Mal in Folge gefährlichster Einsatzort für humanitäre Helfer / Weltweite Todesfälle unter humanitären Helfern gegenüber Vorjahr um 30 Prozent gestiegen

Berlin, 17. August 2020. Das vierte Jahr in Folge führt Syrien die Liste der gefährlichsten Länder für humanitäre Helfer an, wie eine Analyse der Hilfsorganisation CARE im Vorfeld des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August zeigt. 74 Helfer verloren seit Anfang 2020 im Einsatz ihr Leben, allein 20 davon in Syrien. Dahinter folgt der Südsudan, wo 14 Helfer starben. In diesem Jahr wurden weltweit bisher 109 Angriffe auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen gemeldet, mit 203 Betroffenen in 18 Ländern. 

„Humanitäre Hilfe gibt notleidenden Menschen weltweit Hoffnung. Dass wir als humanitäre Helfer immer wieder ins Visier geraten, ist wie ein Todesstoß für die Hoffnung und den Lebenswillen der Menschen“, erklärt Pamela Orgeldinger, Abteilungsleiterin Internationale Programme bei CARE Deutschland. „Als humanitäre Helfer sind wir bereit, uns der Coronavirus-Pandemie und anderen Gefahren zu stellen, aber nicht vorsätzlichen und gewalttätigen Angriffen.“

Während aus Syrien die meisten Todesfälle gemeldet werden, kommt es im Südsudan am häufigsten zu Angriffen auf humanitäre Helfer. „Im Südsudan Hilfe zu leisten ist gefährlich, das war es schon immer“, erklärt Orgeldinger. „Kriminalität, Schikanen und andere Bedrohungen erschweren die humanitäre Arbeit vor Ort. Hilfsorganisationen sollten nicht zwischen überlebenswichtiger Hilfe und der Sicherheit ihrer Mitarbeiter entscheiden müssen.“ 

Am häufigsten betroffen von Übergriffen sind lokale humanitäre Helfer. „Die Mehrheit der humanitären Helfer weltweit sind einheimische Mitarbeiter, bei CARE sind es etwa 97 Prozent“, so Orgeldinger. „Sie sind lokale Helden, auf die es ankommt. Das zeigt uns nicht zuletzt der Einsatz von Experten und Fachkräften – vom Supermarktkassierer über den LKW-Fahrer bis zur Ärztin – während COVID-19 im eigenen Land. Lokale Helfer spielen eine entscheidende Rolle für die Gesellschaft, darauf weisen wir zum Welttag der humanitären Hilfe ganz besonders hin.“

Die fünf gefährlichsten Orte für humanitäre Helfer (ab Januar 2020):

1.    Syrien – Tote: 20
2.    Südsudan – Tote: 14
3.    Somalia – Tote: 11
4.    Niger – Tote: 8
5.    Nigeria – Tote: 7


Hintergrund: Die Analyse basiert auf der Datenbank "Humanitarian Outcomes Aid Worker Security Database", in der Vorfälle als vorsätzliche Gewalttaten gegenüber Helfern definiert werden, wie z.B. Tötungen, Entführungen und Angriffe, die zu schweren Verletzungen führen: https://aidworkersecurity.org/incidents/

Welttag der humanitären Hilfe: Seit 2008 begehen die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen jedes Jahr am 19. August den Welttag der Humanitären Hilfe. Am 19. August 2003 wurde das Büro der Vereinten Nationen in Bagdad, Irak angegriffen. Damals starben 22 Menschen, darunter auch der damalige UN-Menschenrechtskommissar Sergio Vieira de Mello.
 

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ACHTUNG REDAKTIONEN: 

Gerne vermitteln wir Interviews mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Syrien und dem Südsudan. 

Für Hintergrundinformationen und Interviews auf Deutsch steht Ihnen Pamela Orgeldinger, Abteilungsleiterin Internationale Programme bei CARE Deutschland, sehr gerne zur Verfügung. 

Fotos und Videos von CARE-Helfern weltweit können Sie hier herunterladen und unter der Verwendung des Nachweises CARE/Name des Fotografen kostenfrei für Ihre Berichterstattung verwenden. 

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Ninja Taprogge
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