2,5 Millionen Flutopfer in Pakistan warten noch immer auf Hilfe

CARE: „Nothilfeplan erst zur Hälfte finanziert – nächste Ernte in Gefahr!“

Sechs Monate nach den katastrophalen Überflutungen, die acht Millionen Menschen in der pakistanischen Provinz Sindh und im benachbarten Belutschistan obdachlos machten, warten 2,5 Millionen Flutopfer noch immer auf Hilfe.
CARE und 15 weitere internationale Hilfsorganisationen wie Oxfam und Save the Children schlagen Alarm: Der von der UNO im September 2011 gestartete und mit umgerechnet 273 Millionen Euro ausgestattete Nothilfeplan ist erst zu 47 Prozent finanziert, wobei die Europäische Kommission bis jetzt großzügigster Geber war. Zehntausende Menschen leben nach wie vor in Notzelten oder zusammengepfercht in Schulen. 43 Prozent der Flutopfer sind unterernährt. Insbesondere Frauen, Kinder, alte und behinderte Menschen brauchen dringend Hilfe.

Die Ernährungslage in den betroffenen Gebieten ist kritisch, nachdem mehr als 70 Prozent der Getreidevorräte, 49 Prozent des Viehbestandes und ein Großteil der landwirtschaftlichen Geräte durch die Fluten vernichtet wurden. Ein Viertel aller Bauern konnte ihre unter Wasser liegenden Felder nicht zeitgerecht bestellen. Die für April vorgesehene Ernte ist bedroht, wenn nicht schnellstens Ackerland wieder in Stand gesetzt wird und landwirtschaftliche Betriebe zusätzliches Saatgut und landwirtschaftliche Geräte erhalten.

Auch dieses Jahr, so das Urteil der Hilfsorganisationen, lassen sich weitere Naturkatastrophen in Pakistan nicht ausschließen.

 

Lesen Sie hier den NGO-Bericht „Pakistan floods emergency – Lessons from a continuing disaster“.