60 Jahre Luftbrücke: Einsatz für die Freiheit

Festakt auf dem Frankfurter Flughafen mit Roland Koch, Franz Josef Jung und Botschafter Timken.

Mit einem großen Festakt am Luftbrückendenkmal des Frankfurter Flughafens gedachten die Fraport AG, die Hessische Staatskanzlei und CARE Deutschland-Luxemburg an den Beginn der Berliner Luftbrücke vor 60 Jahren. Über 700 Gäste waren geladen. Ansprachen hielten unter anderem der hessische Ministerpräsident Roland Koch, Verteidigungsminister Franz Josef Jung, der amerikanische Botschafter William R. Timken und der amerikanische Luftbrückenpilot Gail Halvorsen.

Die Berliner Luftbrücke ist ein bislang unübertroffenes Symbol der transatlantischen Freundschaft. Die Versorgung ganz Berlins durch Rosinenbomber ist eine heroische Glanzleistung der Geschichte, an der auch CARE beteiligt war. CARE hat in dieser Zeit seine Lieferungen in vollem Umfang aufrecht erhalten und flog täglich bis zu 1.000 Hilfspakete mit gecharterten Frachtflugzeugen in die abgeriegelte Stadt. Ein typisches CARE-Paket enthielt 2kg Fleisch, 1 ½kg Fett, je 1kg Mehl, Reis und Zucker, je ½kg Honig, Marmelade und Rosinen. Dazu gab es 1kg Kaffee und Vollmilchpulver, ½kg Schokolade, 250g Eipulver und 4 Stück Seife. 

"Onkel Wackelflügel"

Weltweites Aufsehen erregte während der Luftbrückedie Aktion "Operation Little Vittles" (kleiner Proviant). Der Name des 87 Jahre alten früheren Oberst Gail Halvordsen steht für diese Operation. Er befestigte Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen und warf diese über Berliner Kindern ab. Mit den Steppkes verabredete er, beim Anflug auf Berlin mit den Flügeln zu wackeln. Sein Spitzname: "Onkel Wackelflügel".

Die Amerikaner starteten 1948 ihre Flüge zur Versorgung der eingeschlossenen Stadt Berlin von ihrem Hauptstützpunkt in Frankfurt – der Rhein-Main Airbase – und von der Lindsay Air Station, dem Wiesbadener Flugplatz in Erbenheim. Die Kohle-Frachtflüge in der britischen Zone gingen von Celle, Faßberg, Wunstorf und Schleswig/Jagel aus. Am 26. Juni wurde die "Operation Vittles" der US-Luftwaffe gestartet. Zwei Tage später folgten die Briten mit der Operation "Plain Faire".

„CARE hilft noch heute“

Ein gut organisiertes logistisches System war das Fundament der Versorgungsflüge. Die drei Luftkorridore wurden als "Ein­bahnstraße" verwendet, wobei im nördlichen (von Hamburg nach Berlin) und im südlichen (von Frankfurt nach Berlin) die Hinflüge abliefen und im mittleren Korridor (von Berlin nach Hannover) die Rückflüge stattfanden. In den Korridoren flogen die Maschinen in fünf Ebenen. Alle drei Minuten landete ein Flieger in Tempelhof (US-Sektor), Tegel (französischer Sektor) oder Gatow (britischer Sektor).

CARE engagiert sich auch heute noch für Menschen in Not und Armut. Über 14.000 meist lokale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten in CARE-Projekten in 69 Ländern. CARE blickt auf 60 Jahre Erfahrung im Bereich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat Beraterstatus I bei den Vereinten Nationen und hilft unabhängig von politischer Anschauung, religiösem Bekenntnis oder ethnischer Herkunft. Für seine sorgfältige Verwendung von Spendengeldern trägt CARE Deutschland-Luxemburg das DZI-Spendensiegel.