Äthiopien: Kraft für neue Träume

Ein äthiopischer Landwirt gibt seinem Dorf Hoffnung auf eine bessere Zukunft. CARE vermittelt das nötige Fachwissen und hilft mit einem Finanzierungssystem lange Dürreperioden zu überstehen.

Ame Ibro hat einen Traum. Es ist ein Traum, dessen Verwirklichung er in den vergangenen drei Jahren einen großen Schritt näher gekommen ist. Er möchte seiner Familie und der Dorfgemeinschaft den Luxus von sauberem Wasser und fließendem Strom ermöglichen.

Der äthiopische Bauer lebt mit seiner Ehefrau und den fünf gemeinsamen Kindern in der Provinz West Hararghe. In diesem Teil des Landes fällt selten Regen und die Bewohner haben seit Jahren mit anhaltenden Dürreperioden zu kämpfen. 

Wie viele seiner Landsleute lebt auch Ame von der Landwirtschaft. Auf seinen Feldern wachsen Mais, Hirse und verschiedene Gemüsesorten. Ohne Regen bleiben die Ernten aber aus. Für seine Familie bedeutet das den Verlust der Lebensgrundlage. Für viele Menschen in der Region bedeutete es auch den Verlust des Lebens.

Die Zusammenarbeit mit CARE machte den Unterschied

Vor drei Jahren stellte CARE erstmals in Ames Heimat im kleinen Dorf Medichro das "Product Safety Net"- Programm vor. Seit dieser Zeit ist er nicht nur einer Gruppe zur Produktion von Saatgut, sondern auch einer Kleinspargruppe beigetreten. 

Jede Woche stellen Ame und die anderen Mitglieder zehn Birr – das sind umgerechnet 40 Cent - für ihre Gruppe bereit. Damit können sie etwa Maßnahmen zur Steigerung ihres Ernteeinkommens finanzieren, das sie später samt Zinsen zurückzahlen. Jedes Mitglied der Gruppe stellt zusätzlich auch Saatgut bereit, welches in der nächsten Saatzeit ebenfalls gegen Zinsen verliehen werden kann. 

Sein Engagement in der Gruppe hat zu einem beträchtlichen Anstieg seiner Einkünfte geführt. Heute, so scheint es, ist eine sichere Zukunft für seine Familie kein unerreichbarer Traum mehr.

Neue Anbaumethoden helfen dem Dorf

„Dieses Haus habe ich von dem Geld gebaut, das ich durch das CARE-Fortbildungsprogramm und die Kredite erhalten habe.“ Stolz zeigt Ame auf ein großes Haus aus Lehm mit einem soliden Dach aus Wellblech.

Aber nicht nur das Geld, welches Ame nun in seine Felder investieren kann, brachte den Erfolg. Heute weiß er vor allem auch, wie er seine Äcker effizienter bewirtschaften kann. „Erst durch CARE habe ich verschiedene Anbaumethoden kennengelernt. Auch über Bodenschutz, Kompostierung, Tieraufzucht und die Nutzung von verbessertem Saatgut wusste ich vorher wenig“, erklärt er. 

Diese Kenntnisse und die Möglichkeit Darlehen aufzunehmen, haben Ame und seiner Familie geholfen, die verheerenden Auswirkungen der Dürre zu verringern.

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„Während der letzten Dürrezeit habe ich mir 400 Birr – das sind 18 Euro -  von der Gruppe geliehen, damit ich für die Bewässerung meiner Felder zahlen konnte. Somit war ich in der Lage Rote Beete, Möhren und anderes Gemüse anzupflanzen. Den Kredit kann ich mit dem Gewinn zurückzahlen.“

Umweltbewusst und effizient  

Mit seinem neuen Wissen wurde Ame als Verantwortlicher für den Schutz des Ackerbodens in der Gemeinde gewählt. Das ist besonders wichtig, weil Viehhalter in Äthiopien üblicherweise ihre Herden dort weiden lassen, wo es ihnen beliebt. Die negativen Auswirkungen für die Erträge der Bauern und die Umwelt sind dabei beträchtlich. 

Um dem entgegenzutreten, hat CARE die Dorfgemeinschaft darin bestärkt, eine separate „Schutzzone“ einzurichten, die von Ame und dem Komitee verwaltet wird.

„Das Komitee macht es sich auch zur Aufgabe die Dorfgemeinschaft zu motivieren, sich an den Schutzmaßnahmen zu beteiligen. Das bedeutet vor allem, die Weideflächen nicht zu überlasten“, erklärt Ame die Verantwortung des Komitees. „Dank dieser einfachen Maßnahmen war es uns möglich, einen konstanten Grundwasserspiegel zu erzeugen, da wir Gras in der Schutzzone pflanzen, das Wasser sammelt. Auf diese Weise profitiert jeder davon: Die Viehhalter können das Gras, das wir innerhalb der Schutzzone sähen, an ihre Tiere verfüttern. Den Rest verkaufen wir gewinnbringend. Der Boden wird fruchtbarer und kann der anhaltenden Dürre besser widerstehen.“

Visionen und Verpflichtungen für die Zukunft

Ame liegt es sehr am Herzen, dass die gesamte Gemeinde von den Vorteilen der Projekte profitiert. Er hat eine große Vision für ihre gemeinsame Zukunft. Mit seiner Spargruppe will er dem Dorf dauerhaften Zugang zu Elektrizität verschaffen. Außerdem setzen sie sich für eine bessere Wasserversorgung ein. 

„All diesen Fortschritt kann ich nur bewirken, weil CARE mir das nötige Fachwissen dazu vermittelt hat. Besonders mein neues Wissen über nachhaltige Landwirtschaft hat mir zu einer guten Ernte verholfen. Ich kann nicht in Worte fassen, wie viel mir die Fortschritte der letzten drei Jahre bedeuten. Das Projekt hat all unsere Erwartungen übertroffen. Jetzt ist es unsere Pflicht, genau so weiterzumachen, um noch mehr zu erreichen.“